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E&W 7-8/2020Pädagogik und Digitalisierung

Mit der Corona-Pandemie hat sich der Diskurs um digitale Bildung nochmals verändert: Nun geht es vor allem darum, dass mittels digitaler Technologien überhaupt regelmäßig Unterricht für alle stattfindet. E&W blickt auf zwei Monate Fernunterricht.

01.07.2020

Das Corona-Virus hat Bildungseinrichtungen zum Fernunterricht gezwungen. Nach den ersten Monaten zeigt sich, was an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen digital schon geht – und was nicht. Unsere Gastkommentatorin Sigrid Hartong schreibt: „Durch die Coronapandemie findet ein Experiment digitaler Bildung unter Realbedingungen statt, das sich die EdTech-Industrie und auch viele Digitalisierungsforscherinnen und -forscher in ihren kühnsten Träumen nicht hätten ausmalen können.“

Mitte März wurden bundesweit alle Schulen aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geschlossen. E&W sprach damals mit der Berliner Lehrerin Franziska Böhmer darüber, wie sie und ihre Kolleginnen und Kollegen den Fernunterricht organisiert und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Seit Mitte Mai findet an der Grundschule wieder Unterricht statt. E&W fragte nach, wie die Schule mit dem Lernen in Corona-Zeiten umgeht.

Zwischenbericht des GEW-Bundesforums

Die Digitalisierung bietet den Schulen neue Möglichkeiten, in vielen Bereichen kann sie das Lernen durch neue Herangehensweisen und Formate bereichern. Entscheidend ist jedoch: Die Pädagogik muss das Heft des Handelns in der Hand behalten. Doch für Lehrkräfte birgt die Digitalisierung auch Risiken, besonders beim Datenschutz. Denn nicht nur Schülerinnen und Schüler sind im digitalen Zeitalter gezwungen, auf Smartphones zu lernen. Auch Lehrkräfte arbeiten nahezu ausnahmslos mit ihren privaten Geräten. Eine Arbeitsgruppe des GEW-Bundesforums zur Digitalisierung sucht Auswege aus dem Dilemma.

Im GEW-Bundesforum „Bildung in der digitalen Welt“ erarbeiten Mitglieder, Landesverbände und Funktionäre seit Anfang 2019 Forderungen und Konzepte mit Blick auf Arbeitsplätze, Datenschutz und pädagogische Ideen zur Digitalisierung in der Bildung. Jetzt legten sie einen Zwischenbericht vor. Außerdem: Schulcloud und Lernmanagement-System, Google und Moodle, IServ und itslearning – wer blickt da noch durch?  Drei GEW-Fachleute sorgen für Orientierung

Neubewertung der Onlinelehre

Seit 2007 bietet auch der Chaos Computer Club (CCC) das Projekt „Chaos macht Schule“* an. Was der Verein an Schulen macht, erklärt Steffen Haschler vom CCC Mannheim. Forscherinnen und Forschern zur Künstlichen Intelligenz (KI) zufolge befinden wir uns an der Schwelle zu einem Zeitalter, in dem Maschinen zunehmend in einen Wettbewerb mit den Menschen treten und ihnen letztlich überlegen sein werden

Unterdessen hat die Corona-Krise auch die Hochschulen unvorbereitet getroffen. Die Erfahrung könnte zu einer Neubewertung der Onlinelehre führen. Noch nie verlief ein Semester an den Hochschulen so wie das aktuelle: Eine Herausforderung für Lehrende wie Lernende. Katja Schmidtpott ist Japanologie-Professorin an der Ruhr-Uni Bochum. Im Gespräch mit E&W zieht sie eine erste Zwischenbilanz.

    Weitere Themen in der Juli-/Augustausgabe der „E&W“:

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