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Mogelpackung Ausbildungsstatistik

Vertreter von Bundesregierung und Wirtschaft präsentierten am Dienstag in Berlin wieder geschönte Zahlen zur Ausbildungssituation. Nach wie vor tauchen junge Menschen, die nach vergeblicher Lehrstellensuche so genannte "Warteschleifen" absolvieren, nicht als unversorgte Bewerber in der Statistik auf.

11.02.2010

Die Krise trifft die Ausbildungsbewerber, insbesondere diejenigen, die sich zum wiederholten Male bewerben. 2009 wurden rund 50.000 Verträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr. Trotz des demographischen Nachfragerückgangs suchen aktuell fast 83.000 Jugendliche eine Ausbildung., werden allerdings vom Pakt nicht berücksichtigt. Wieso nicht?

Die Ausbildungsstatistik ist eine Mogelpackung, denn 73.456 Jugendliche, die in Warteschleifen stecken und ausdrücklich noch einen Ausbildungsplatz suchen, werden vom Pakt als versorgt gezählt, Werden auch die unversorgten Bewerberinnen und Bewerber aus den Optionskommunen dazu gerechnet, liegt die Lücke der unversorgten Bewerber bei 83.000, statt der vom Pakt verkündeten 4400 unversorgten jungen Menschen.

Die GEW fordert, dass die Ausbildungsstatistik endlich die jungen Menschen in Warteschleifen als Ausbildungssuchende einbezieht, d. h., sie dürfen nicht mehr als versorgt gezählt werden. Nicht ein einziger junger Mensch, der einen Ausbildungsplatz sucht, darf zugunsten dubioser Erfolgsmeldungen aus der Bilanz herausfallen

Ausgrenzung pur wird auch dadurch bewirkt, dass bei der BA in einer ersten Vorauslese der Bewerber Zehntausende Jugendliche als nicht ausbildungsreif deklariert werden. Sie verschwinden zugunsten einer geschönten Vermittlungsbilanz. Die GEW lehnt diese Stigmatisierung und Ausgrenzung strikt ab und fordert die BA auf, die Stigmatisierung „nicht ausbildungsreif“ zu unterlassen und darauf hinzuwirken, dass alle Jugendlichen eine Chance auf Ausbildung haben.

Die Krisenmeldungen aus der Wirtschaft lassen befürchten, dass im Jahr 2010 eine weitere Verschärfung der Lage auf dem Ausbildungsmarkt droht. So ist allein in der Metall- und Elektroindustrie nochmals mit einem Minus von 10 Prozent bei den Ausbildungsplätzen zu rechnen. Die wirtschaftliche Rezession bewirkt insgesamt einen Rückgang der Ausbildungsplätze.

Dazu die GEW : Die Zukunftsperspektiven junger Menschen dürfen nicht länger von der konjunkturellen Lage abhängig bleiben. Wir fordern das Grundrecht auf Ausbildung und verweisen auf die entsprechende Petition, 2008 massenhaft von jungen Menschen unterschrieben. Nach wie vor schmort diese Petition im Bundestagsausschuss und muss endlich beraten werden.

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