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“Mitte"-Studie 2016 erschienen: Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft steigt

Die aktuelle Erhebung zeigt: Rechtspopulismus, Rassismus und feindliche Einstellungen gegenüber Lesben und Schwulen nehmen zu, die Abwertung von Asylbewerber_innen, Musliminnen und Muslimen sowie Sinti und Roma wächst.

20.09.2016

Die politischen Einstellungen der Deutschen driften der Leipziger Mitte Studie 2016 zufolge zunehmend auseinander. Während eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und Gewalt strikt ablehnt und das Vertrauen in demokratische Institutionen in den vergangenen zehn Jahren gestiegen ist, sind Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr bereit, zur Durchsetzung ihrer Interessen Gewalt anzuwenden.

Die Radikalisierung zeigt sich insbesondere in der gestiegenen Ablehnung von Muslim_innen, Sinti und Roma, Asylsuchenden und Homosexuellen. Allein 40,1 Prozent der Befragten finden es laut Studie „ekelhaft“, wenn sich zwei Männer bzw. zwei Frauen“ öffentlich küssen.

Viele Rechtsextreme haben in der AfD eine neue Heimat gefunden. Fast 35 Prozent der rechtsextrem eingestellten Personen gaben an, AfD zu wählen. Vor zwei Jahren waren es lediglich 6,3 Prozent. Gefährlich dabei sei, dass die meisten AfD-Wähler_innen eine menschenfeindliche Einstellung teilten. Aber auch in der Gruppe der Nichtwähler_innen seien Vorurteile gegen Minderheiten sehr verbreitet.

Für die „Mitte“-Studie der Universität Leipzig gibt es seit 2002 alle zwei Jahre bevölkerungsrepräsentative Befragungen. Die Umfrage erfolgte in Kooperation mit der Heinrich-Böll-, der Otto-Brenner- und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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