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Mit klaren Regeln zur friedlichen Schule

06.09.2017

Um Gewaltvorfälle zu verhindern, brauchen Schulen nach Ansicht von Experten eine konsistente Strategie, die auf ihre Probleme und den Sozialraum vor Ort abgestimmt ist. Auch mehr Fortbildungen für Lehrkräfte seien wichtig.

Gewalt an der Schule gehört zum Alltag von Lehrkräften. Zwar sind laut Polizeistatistik Gewaltvorfälle leicht rückläufig, ein Grund für Entwarnung ist das nicht. „Es wird immer noch zu wenig für die Prävention getan. Ein Teil der Schulen reagiert erst, wenn ein akutes Problem auftritt“, kritisiert der Berliner Schulpsychologe Klaus Seifried.

Immerhin: Schulen sind sensibler geworden. Immer mehr picken sich aus den Präventionsangeboten öffentlicher Einrichtungen, Vereinen und privaten Anbietern Maßnahmen heraus –  Antigewalttrainings, Streitschlichterprogramme oder Präventionsworkshops. „Doch Einzelmaßnahmen reichen nicht“, sagt Albrecht Lüter, Leiter der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention in Berlin. „Schulen brauchen eine konsistente Strategie, die auf ihre Probleme und den Sozialraum vor Ort abgestimmt ist.“

Für Seifried funktioniert ein Präventionskonzept aber auch nur, wenn die Beziehung zur Lehrkraft stimmt: „Fühlen sich Schüler wertgeschätzt und folgen klaren Regeln, lernen sie lieber und entwickeln eine bessere Beziehung zu ihren Klassenkameraden.“ Wichtig sei, mehr Zeit für Klassenleiterstunden und soziales Lernen im Stundenplan zu verankern. Zudem bräuchten Lehrkräfte mehr Unterstützung bei den Themen Gewaltprävention und Soziales Lernen. „In der Ausbildung werden Pädagoginnen und Pädagogen darauf leider immer noch nicht vorbereitet.“

Der ausführliche Bericht von Anja Dilk ist in der Septemberausgabe der „E&W“ abgedruckt.  

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