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Millionengeschäft mit Kinderpornografie

Es ist ein "Millionengeschäft", sagt Ex-BKA-Chef Jörg Ziercke. Etwa 40 Millionen Kinderpornodateien sollen weltweit auf Servern gespeichert sein. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Produktion und Handel laufen anonym auf dem Schwarzmarkt ab.

06.11.2015

Bild: Colin / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Mit Kinderpornografie würden jährlich zwischen 25 und 35 Milliarden Euro verdient, schätzen die Vereinten Nationen. Das ist mehr als beispielsweise im internationalen Handel von Kleinwaffen, der nach UN-Angaben jährlich rund 8,5 Milliarden Euro einbringt.

Die Server, die kinderpornografisches Material speichern, stehen überall auf der Welt - Kanada, Australien, Sri Lanka, Rumänien, Türkei. Auf ausländische Server haben deutsche Behörden keinen Zugriff. Stoßen die Fahnder hierzulande auf Kinderpornoseiten, werden diese gelöscht. Seit 2011 gilt das Prinzip "Löschen statt Sperren". Auf diese Weise wurden laut Bericht der Bundesregierung zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Netz im vergangenen Jahr binnen zwei Tagen 77 Prozent der angezeigten Kinderpornoseiten vernichtet.

Opfer lebenslang traumatisiert

Die Art und Weise, wie sich die Männer im Netz an ihre Opfer heranmachen, läuft häufig ähnlich ab. In sozialen
Netzwerken und Chatrooms für Kinder geben sie sich mit falschem Namen als Kind aus und beginnen auf harmlose Weise Internetgespräche. Experten gehen davon aus, dass jedes Kind, das sich im Netz bewegt, irgendwann mal Kontakt mit einem sogenannten Cybergroomer hat. Vier Fünftel aller Heranwachsenden werden im Internet von Pädosexuellen um ein Treffen gebeten.

Innocence in Danger, eine Nichtregierungsorganisation gegen sexuelle Gewalt an Kindern, geht davon aus, dass es hierzulande 30.000 bis 50.000 ständige Konsumenten von Kinderpornografie gibt. Diese kommen leicht an das Material heran. Sie kaufen es bei ausländischen Anbietern und tauschen es untereinander. Die Opfer tragen durch die Gewalt, die ihnen angetan wurde, eine lebenslange Last.

Die komplette Reportage "Millionengeschäft" von Simone Schmollack ist in der Novemberausgabe der "E&W" nachzulesen.  

 

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