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Microsoft-Werbevideo an Schule verboten

Die Bezirksregierung Köln hat Werbung von Microsoft – einen Videofilm und ein Banner – an einem Kölner Berufskolleg untersagt. Die GEW in NRW fordert, die Schulaufsicht müsse Schulen mit Blick auf das Werbeverbot "stärker sensibilisieren".

09.12.2016

Das Erich-Gutenberg-Berufskolleg (EGB) in Köln muss nach einer Entscheidung der Bezirksregierung Köln ein Microsoft-Banner und ein Video auf der Schulhomepage entfernen. "Unsere Prüfung hat ergeben, dass sowohl das genannte Video als auch das Banner gegen das Werbeverbot verstoßen", erklärte die Behörde auf Anfrage der "E&W". Der Schulleiter habe Microsoft gebeten, "das Video auch aus dem Youtube-Kanal des Konzerns zu entfernen".

Das umstrittene Banner mit dem Slogan "Microsoft in Education" und dem Logo von Microsoft hing im Foyer der Schule. Den Videofilm "Lernen für die Zukunft am Erich-Gutenberg-Berufskolleg" habe Microsoft Deutschland in Auftrag gegeben und bezahlt, räumte die EGB-Schulleitung gegenüber der "E&W" ein. Den Link zum Film hatte die Schule auf ihrer Homepage veröffentlicht. Im Video loben ein Lehrer, eine Schülerin und der Schulleiter des EGB die Bürosoftware Office 365 von Microsoft. Das Kölner Berufskolleg bezeichnet sich als Microsoft Showcase School.

Nach Ansicht von Experten verletzte der Film das "Verfassungsgebot der Neutralität der Schule". Bettina Zurstrassen, Professorin für Didaktik der Sozialwissenschaften, warnt: Das Schulsponsoring von Microsoft führe zu einer Wettbewerbsverzerrung gegenüber den Anbietern, die kein Schulsponsoring betrieben. Maike Finnern, stellvertretende Vorsitzende des GEW-Landesverbandes in NRW, fordert, die Schulaufsicht müsse Schulen "stärker sensibilisieren und bei Verdacht auf Verstoß gegen das Werbeverbot von sich aus tätig werden".

Der komplette Artikel von Matthias Holland-Letz ist in der Dezemberausgabe der "E&W" abgedruckt.

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