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ifo Bildungsbarometer#MeToo sollte Thema an Schulen sein

Die große Mehrheit der Deutschen findet es laut ifo Bildungsbarometer positiv, dass wegen der #MeToo-Kampagne eine Debatte über sexuelle Belästigung geführt wird - und befürwortet eine Behandlung des Themas an Schulen.

18.09.2018

Eine große Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass im Schulunterricht Themen wie Gleichstellung, Gewalt und Machtmissbrauch von Männern gegenüber Frauen und sexuelle Belästigung behandelt werden. Das ist ein Ergebnis des ifo Bildungsbarometers 2018, das in diesem Jahr den Schwerpunkt Geschlechterrollen in Unterricht und Gesellschaft hatte.

74 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer begrüßen demnach die #MeToo-Debatte. Sexuelle Belästigung in Deutschland sehen 45 Prozent der Frauen und nur 30 Prozent der Männer als ernsthaftes Problem. Für kein oder ein kleines Problem halten es 22 Prozent der Frauen, aber 37 Prozent der Männer. Dreiviertel-Mehrheiten sind in beiden Gruppen aber jeweils dafür, dass in der Schule Gleichstellung, Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung behandelt werden. Deutliche Mehrheiten der Frauen und Männer sehen an Schulen und Universitäten keine Bevorzugung eines Geschlechts, im Gegensatz zum Arbeitsmarkt, wo mehrheitlich eine Bevorzugung der Männer empfunden wird.

Erstmals auch Jugendliche befragt

Die Deutschen sind laut repräsentativer Umfrage auch mehrheitlich dafür, dass Lehrkräfte in ihrer Aus- und Fortbildung lernen, wie sie im Unterricht besser auf Geschlechterunterschiede eingehen können, dass Mädchen an Aktionstagen zu männerdominierten und Jungen zu frauendominierten Berufen teilnehmen sowie dass staatliche Stipendien-Programme für Frauen in Mint-Fächern ausgebaut werden. Getrennten Unterricht für Jungen und Mädchen in Mathematik und Sprachen sowie den Ausbau von getrennten Schulen lehnen deutliche Mehrheiten von Frauen und Männern ab. 

Deutliche Mehrheiten der Frauen und Männer wollen, dass der Frauenanteil in IT-Berufen und der Männeranteil in Pflegeberufen steigt. Für verpflichtende Geschlechterquoten bei Führungspositionen in Unternehmen finden sich in beiden Gruppen relative, aber keine absoluten Mehrheiten. Für verpflichtende Quoten in der Politik, bei Universitätsprofessuren und bei der Studienplatzvergabe gibt es bei Frauen ebenfalls deutliche relative, aber keine absoluten Mehrheiten, bei Männern hingegen nicht so sehr. Sowohl Männer als auch Frauen sind mehrheitlich der Meinung, dass Mütter junger Kinder, aber nicht die Väter ihre Berufstätigkeit reduzieren sollten. 

Erstmals befragte das ifo Bildungsbarometer in diesem Jahr auch 1.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren gesondert. Unter den Jugendlichen ist die große Mehrheit gegen getrennten Unterricht für Jungen und Mädchen in Mathematik und Sprachen. Deutliche Mehrheiten der Mädchen, aber auch der Jungen sind dafür, dass Themen wie Gleichstellung von Mann und Frau, Gewalt und Machtmissbrauch von Männern gegenüber Frauen und sexuelle Belästigung im Unterricht behandelt werden

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