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GEW-SchulbuchanalyseMehr geschlechtliche Vielfalt in Lehrmaterialien!

Die GEW-Arbeitsgruppe LSBTI* hat Qualitätskriterien für Gleichstellung und Antidiskriminierung in Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien entwickelt. Nun geht es in den Dialog mit Verlagen sowie Autorinnen und Autoren.

24.01.2019 - Von Frauke Gützkow, GEW-Vorstandsmitglied Frauenpolitik

Das Schulbuch „Politik entdecken 7/8“ für den Gemeinschaftskundeunterricht in Baden‐Württemberg (Cornelsen Verlag) zeigt Familien verschiedener geschlechtlicher Konstellationen. Einzelne Personen sind nicht immer eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen. Auch in der niedersächsischen Ausgabe von „Biologie heute 9/10“ (Schroedel‐Verlags) werden LSBTI*-Personen sowie gleichgeschlechtliche Paare selbstverständlich und nicht als von der Norm abweichendes Zusatzthema behandelt.

Es gibt sie also: Best‐Practice‐Beispiele für Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die Vielfalt, Antidiskriminierung und Gleichstellung abbilden und damit fördern. Sie sind allerdings noch längst nicht der Normalfall.   

Die Einflussmöglichkeiten von Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien sind von enormer Bedeutung, da sie den Großteil des zu vermittelnden Fachwissens transportieren. Allerdings stellen Lehrkräfte im Schulalltag immer wieder fest, dass sich statt der Abbildung gesellschaftlicher Vielfalt durch verschiedene Identitäten und Lebensformen oft stereotype, diskriminierende Darstellungen in Lehrmaterialien finden.

Dies erfolgt sicher nicht bewusst. Dennoch: Solche Darstellungen entsprechen weder den Vorgaben des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes noch den jeweiligen Landesgleichstellungsgesetzen - und auch nicht der durch das Grundgesetz gesicherten Pflicht staatlicher Schulen zur Förderung von Gleichstellung.

„Wir freuen uns auf den Dialog!“

Die GEW-Arbeitsgruppe LSBTI* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter*) hat daher zusammen mit externen Expertinnen und Experten „Qualitätskriterien für Gleichstellung und Antidiskriminierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien“ entwickelt. Diese konzentrieren sich auf Sprache, Abbildungen, Kontextualisierung und Inhalte – und erheben übrigens keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Denn nun müssen wir mit Verlagsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, Autorinnen und Autoren ins Gespräch kommen. Allen Verantwortlichen bieten wir dazu derzeit aktiv unsere Unterstützung an. Wir freuen uns auf den Dialog mit ihnen!

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