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Marlis Tepe im Gespräch bei Peter Hahne: "Die Politik redet mit zwei Zungen"

Die Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes findet seit Jahren Zustimmung aus der Politik. Wenn es um die konkrete Finanzierung geht, herrscht Schweigen. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe spricht im ZDF über Kitastreiks, demokratische Gewerkschaften und die Notwendigkeit politischen Handelns auf Bundesebene.

17.08.2015

In der ZDF-Diskussion "Machtlos gegen Streiks?" stellt sich GEW-Vorsitzende Marlis Tepe Fragen von Moderator Peter Hahne und Argumenten des Wissenschaftlers Dr. Hagen Lesch vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft. Dem generellen Vorwurf einer vermeintlichen Geiselhaft von Bürgern durch Streiks entgegnet sie klar, dass wir stolz sein können, dass "Streik in unserem Land ein Grundrecht ist, das für alle gilt".

Den wiederholten Versuchen der Arbeitgeber, die Entgelte der SuE-Beschäftigten als vergleichsweise gut zu inszenieren, hält sie die tatsächliche Arbeitsrealität entgegen. So arbeiteten viele unfreiwillig in Teilzeit und verdienten trotz steigender Anforderugen deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt. Unabhängig davon, ob auch andere Berufsgruppen eine Aufwertung verdient hätten und die Kommunen durch die gestiegener Zahl Geflüchteter zusätzlich belastet seien, macht Tepe deutlich, dass sich Erzieherinnen nicht ihr Leben lang abspeisen lassen könnten und Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst eine Aufwertung verdient hätten.

Dass die öffentliche Stimmung bei einer Fortsetzung des Streiks kippen könnte, müsse man bedenken, aber "alle Eltern möchten gutes Personal und wir haben schon an allen Stellen Fachkräftemangel", so Tepe. Wie es nun weitergeht, läge vor allem bei den Arbeitgebern. Wenn jedoch Streiks vermieden werden könnten, wäre das auch im Interesse der GEW.

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