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Mädchenhimmel!

Der Sammelband "Mädchenhimmel" enthält Gedichte und Geschichten der 1942 im Alter von 38 Jahren ermordeten und nachfolgend "vergessenen" österreichisch-jüdischen Schriftstellerin Lili Grün. Sie handeln von jungen, modernen, selbstbewussten Frauen der 1920er- und 1930er-Jahre – hin- und hergerissen zwischen Autonomie, Selbstbehauptung und dem "Mann mit starken Armen".

12.06.2014

Witzig und frech beschreibt Grün Verliebtheit und Ernüchterung, schier endlose Großstadttage und rasch zu verdrängende Nächte, verrät "Rezepte fürs Herz" und träumt vom "Paradies für die Frau".

Lili Grün wurde1904 in Wien geboren. Ende der 1920er-Jahre zog es sie ins quirilige Berlin, wo sie 1931 zusammen mit KünstlerfreundInnen das
literarisch-politische Kabarett "Die Brücke" eröffnete. Hier publizierte sie erste Gedichte und Geschichten in Zeitgeist-Blättern wie Tempo und Uhu sowie im renommierten Prager Tagblatt. Zurück in Wien verarbeitete sie ihre Berlin-Erlebnisse in ihrem Roman "Alles ist Jazz" (1933). Nach einem längeren Aufenthalt in Prag und Paris erschien 1935 der Bühnen-Roman "Zum Theater!". Mit der nationalsozialistischen Okkupation Österreichs im März 1938 hatte Lili Grün als jüdische Schriftstellerin schlagartig keine Möglichkeit mehr zu publizieren. Verarmt und lungenkrank blieb ihr die Emigration ins rettende Ausland verwehrt. 1942 wurde sie aus Wien deportiert und im weißrussischen Maly Trostinec ermordet.

Anlässlich des 110. Geburtstags von Lili Grün hat die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Anke Heimberg nun den Sammelband "Mädchenhimmel!" herausgegeben, mit Gedichten und Geschichten, die Heimberg im Lauf der Jahre zusammengetragen hat und die nun erstmals in Buchform erschienen sind.

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