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Burkina FasoLehrkräfte streiken erneut für ein besseres Bildungssystem

In Burkina Faso sind erneut tausende Lehrkräfte in den Warnstreik getreten. Hintergrund ist die Untätigkeit der Regierung, endlich etwas für bessere Bedingungen in der Bildung zu tun.

23.04.2019 - Sabine Tölke-Rückert

Die Aktionseinheit „Coordination nationale des syndicats de l’éducation“ (CNSE), eine Aktionseinheit von 15 burkinischen Bildungsgewerkschaften, hat im April wieder einmal tausende Lehrkräfte auf die Straße gebracht. F-Synter – langjährige Partnergewerkschaft der GEW –spielt eine maßgebliche Rolle in dem Bündnis. Die Lehrerinnen und Lehrer machten einmal mehr deutlich, dass die Regierung aus ihrer Sicht endlich etwas in der Bildung bewegen müsse.

 

Warum schon wieder Streik?

Schon zu Beginn des Schuljahres hatte die CNSE einen 4-monatigen Schulstreik durchgeführt und dadurch die Regierung im Februar 2019 unter Druck gesetzt, die Erfüllung von langjährigen bildungspolitischen Forderungen bis Ende März zu garantieren. Doch auch dieses Mal hielt sich die Regierung nicht an ihre Zusagen.

 

Verantwortungsvolles Handeln der CNSE

Um das laufende Schuljahr nicht zu gefährden, brach die CNSE ihren langen Streik im Februar ab. Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern unterstützten die Lehrkräfte, weil sie die Forderungen als berechtigt ansahen. Hintergrund: noch immer hat ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen keinen Zugang zu Bildung, Lehrkräfte sind unterbezahlt, an den Schulen fehlen Schulbücher und Lehrmaterialien, die Klassen haben mitunter bis zu 80 bzw. 120 Kinder – ein gutes Lehr- und Lernklima sieht anders aus.

 

Droht ein ungültiges Schuljahr?

Angesichts der großen Proteste hat die Regierung der CNSE für den 24.4.2019 erneute Verhandlungsgespräche angeboten. Die CSNE hofft, dass die Regierung sich endlich bewegt. Sollte die Regierung nicht handeln, ist die CNSE willens, den Streik fortzusetzen. Das würde bedeuten, dass die anstehenden Prüfungen nicht durchgeführt werden könnten und somit ein „année blanche“ – ein ungültiges Schuljahr droht.

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