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„Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt“

„Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt“ – so lautet der Titel einer gemeinsamen Empfehlung von Kultusministerkonferenz (KMK) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK). KMK und HRK erkennen Diversität als Realität und Aufgabe der Schulen an, auf die zukünftige Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ausbildung vorbereitet werden müssten.

20.03.2015

Die GEW begrüßt die gemeinsamen Empfehlungen, in der wichtige Aspekte, die die Bildungsgewerkschaft seit vielen Jahren fordert, angesprochen werden, wie die Vorbereitung auf den Umgang mit heterogenen Lerngruppen, die Arbeit in multiprofessionellen Teams sowie die Selbstreflexion. Für Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied für den Bereich Schule in der GEW, ist der Einbezug der Fachdidaktiken in die Reformen längst überfällig. „Was in der gemeinsamen Erklärung allerdings fehlt, sind Aspekte wie institutionelle Diskriminierung und die Auswirkungen von Armut und Benachteiligung auf den Bildungserfolg“, kritisiert die GEW-Schulexpertin.

Auf die Empfehlungen zu einer „Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt“ müssten nun Taten folgen, fordert der stellvertretende Vorsitzende und Hochschulexperte der GEW, Andreas Keller. „Die Hochschulen müssen die Reform der Curricula in Angriff nehmen und entsprechende Qualifikation der in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung tätigen Lehrenden sicherstellen. Die Länder müssen dafür sorgen, dass ihre gemeinsamen Standards den Anforderungen an eine inklusive Bildung entsprechen und in ihren Gesetzen und Verordnungen zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung verankert sind sowie tatsächlich umgesetzt werden“, mahnt Keller.

Die GEW fordert eine grundlegende Reform der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, die einer inklusiven Bildung gerecht wird. Sonderpädagogische Grundkenntnisse, Kenntnisse über die Prinzipien der durchgängigen Sprachbildung, über geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse, Armutslagen und Migrationsprozesse sowie interkulturelle Kompetenz müssten dabei Berücksichtigung finden.

Entwicklungspsychologische und lerndiagnostische Grundkenntnisse seien ebenso erforderlich wie allgemeindidaktische Kenntnisse über das Lehren und Lernen in heterogenen Lerngruppen.

Das setze voraus, dass auch die in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern tätigen Fachleute einschlägige inklusive Kompetenzen und Expertisen haben. „Denn innovative Konzepte im Umgang mit Vielfalt wurden vor allem in den erfolgreichen inklusiven Schulen erarbeitet, entwickelt und erprobt“, betont Hoffmann. Diese sollten nun auch für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung nutzbar gemacht werden.

„Inklusion und Lehrer_innenbildung"

„Inklusion und Lehrer_innenbildung“ – so lautet das Thema einer öffentlichen Fachtagung, die die GEW am 28. Mai 2015 in Erkner bei Berlin im Rahmen ihres Zukunftsforums Lehrer_innenbildung anbieten wird.

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