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Baden-WürttembergTausende Lehrkräfte in den Ferien arbeitslos

Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg hat für die Dauer der Sommerferien rund 9.000 Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit entlassen. Kein anderes Bundesland wendet diese Praxis in diesem Ausmaß an.

29.07.2019

Seit Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg sind rund 9.000 Lehrkräfte arbeitslos. Die Verträge von fast 4.000 befristet beschäftigten Pädagoginnen und Pädagogen endeten, der große Teil hat nicht einmal Anspruch auf Arbeitslosengeld. Zudem wurden mehr als 5.000 Referendarinnen und Referendare entlassen, obwohl die meisten ab September zum neuen Schuljahr wieder in den Klassenzimmern stehen werden. „Kein anderes Bundesland wendet diese Praxis in diesem Ausmaß an“, kritisiert die GEW Baden-Württemberg.

Die Landesvorsitzende Doro Moritz sagte: „Bei vollen Kassen und Lehrermangel präsentiert sich die grün-schwarze Landesregierung erneut als Arbeitgeber ohne Verantwortung.“ Die befristet beschäftigten Lehrerinnen und Lehrer für die Vertretungen hielten unter oft schwierigen Bedingungen und schlechterer Bezahlung als ihre Kolleginnen und Kollegen den Unterrichtsbetrieb aufrecht. „Die meisten Referendare und befristet Beschäftigten werden nach den Ferien wieder am Lehrerpult gebraucht, trotzdem schickt sie die Landesregierung in die Arbeitslosigkeit.“ 

GEW-Forderung: Sommerferien bezahlen

Die Bildungsgewerkschaft verlangt eine Bezahlung auch während der Sommerferien. Mit Aktionen an 14 Ausbildungsseminaren für Lehrkräfte machten unter dem Motto „Damit es für MEER reicht“ jüngst angehende Pädagoginnen und Pädagogen auf diese Forderung aufmerksam. 

Laut Bundesagentur für Arbeit meldeten sich zu Beginn oder während der Sommerferien 2018 insgesamt rund 6.000 Lehrkräfte nach einer Beschäftigung arbeitslos. Auf den Zeitraum eines Jahres bezogen erfolgten damit 42 Prozent aller neuen Arbeitslosmeldungen nach einer Beschäftigung für den Zeitraum der Sommerferien. Die Arbeitslosmeldungen entfielen, absolut gesehen, vor allem auf Baden-Württemberg (1.850), Bayern (800) und Rheinland-Pfalz (630).   

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