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Kolumbien: Erneut feiger Mord an Lehrerin

Ungeachtet der Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla in Kolumbien werden aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter weiterhin ermordet. Jüngstes Opfer ist die Lehrerin Marceli Mendez Bertel.

19.11.2015 - Manfred Brinkmann

Marceli Mendez Bertel hatte keine Chance. Als sie am Nachmittag des 17. November von der Schule zu ihrem Haus in Sincelejo, der Hauptstadt des Departaments Sucre in Kolumbien zurückkehrte, warteten ihre Mörder schon auf sie, um sie mit mehreren Schüssen kaltblütig umzubringen. Die junge Lehrerin war Regionalvorsitzende der Lehrergewerkschaft FECODE in der Nachbargemeinde Coveñas, wo sie auch unterrichtete. Sie hatte sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die Gewalt rechtsgerichteter paramilitärischer Gruppen ausgesprochen, die die Menschen in  der Region terrorisieren. Ihr mutiges Engagement für eine friedliche und gerechte Gesellschaft in Kolumbien wurde ihr nun zum Verhängnis.

Mehr als tausend ermordete Lehrkräfte

Marceli Mendez Bertel ist nicht die einzige. In diesem Jahr wurden bereits 16 Mitglieder der FECODE ermordet. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden in Kolumbien mehr als 1.000 Lehrerinnen und Lehrer der FECODE umgebracht, wie der Vorsitzende der FECODE Luis Grubert Ibarra bei der Vorstandssitzung der Bildungsinternationale berichtete, die diese Woche in Brüssel stattfand. Die Bildungsinternationale vertritt rund 400 Bildungsgewerkschaften mit mehr als dreißig Millionen Mitgliedern weltweit. Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe wurde in diesem Sommer zur Vizepräsidentin gewählt. In einer Entschließung verurteilte der Vorstand der Bildungsinternationale die Ermordung von Marceli Mendez Bertel und bekundete gegenüber ihrer Familie sein Beileid.

Schulen müssen Orte des Friedens sein

FECODE hat in einer öffentlichen Erklärung die Ministerien für Inneres, Justiz, Bildung und Arbeit sowie die kommunalen Behörden dazu aufgefordert, alles zu unternehmen, um den feigen Mord aufzuklären und zukünftig sicherzustellen, dass Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer Arbeit und in ihrem gewerkschaftlichen Engagement geschützt werden. Die Erklärung endet mit der Forderung: LA ESCUELA: TERRITORIO DE PAZ! (Die Schule: Ort des Friedens!)

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