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Kodex-Check der GEW nimmt Beschäftigungsbedingungen unter die Lupe

22.03.2017

"An welcher Universität möchtest Du arbeiten?" Einen Überblick über die Personalpolitik an 82 deutschen Hochschulen gibt seit Mittwochvormittag der Kodex-Check der GEW.

"An welcher Universität möchtest Du arbeiten?" An der TU Chemnitz, wo rund 88 Prozent der hauptberuflichen Mitarbeiter befristet beschäftigt sind? Oder an der TU Dresden, wo es "nur" 74 Prozent sind? Einen Überblick über die Personalpolitik an 82 deutschen Hochschulen gibt die seit Mittwochvormittag freigeschaltete Webseite kodex-check.de der GEW. Es ist die erste Übersicht, die gezielt die Beschäftigungsbedingungen aller 82 staatlichen Universitäten mit Promotionsrecht unter die Lupe nimmt. Sie basiert auf einer Studie der Humboldt-Universität im Auftrag der GEW.

Neben dem Anteil befristeter Beschäftigter können sich interessierte Nachwuchswissenschaftler über den Frauenanteil an der Universität und den Anteil der Teilzeitbeschäftigten informieren sowie über Karrieremöglichkeiten und die Familienfreundlichkeit der Einrichtung. "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interessieren sich heute nicht mehr nur für die Forschungsbedingungen, sondern zunehmend auch für die Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen", sagte Andreas Keller, Sprecher für Hochschulpolitik der GEW bei der Vorstellung der Studie. Die GEW erhoffe sich von der Studie zum einen mehr Transparenz und wolle zum anderen Anreize für Hochschulen geben, ihre Personalpolitik zu verbessern.

Keller sieht für Verbesserungsmöglichkeiten noch "viel Luft nach oben": "Der Löwenanteil der Forschung und Lehre an den 82 staatlichen Universitäten in Deutschland wird von befristet beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erbracht, zunehmend auch von prekär Beschäftigten." Das sei nicht akzeptabel.

Mit dem Herrschinger Kodex für gute Arbeit in der Wissenschaft hatte die GEW vor fünf Jahren Anregungen vorgelegt, wie die Hochschulen selbst aktiv werden und die Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten attraktiver machen können. Der Kodex-check basiert auf den dort erarbeiteten Kriterien. Ein Ergebnis, welches die Autoren überraschte: "Es gibt kaum Unterschiede zwischen Exzellenzhochschulen und normalen Hochschulen. Dabei verfügen die Exzellenzhochschulen über viel mehr Geld und müssen sich unter anderem mit Personalkonzepten bewerben", so Dr. Anna Schütz.

Auf ihrem 8. Follow-up-Kongress erörtert die GEW am Mittwoch unter anderem auch mit Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen, was politisch zu tun ist, um die Situation der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu verbessern.  

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