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KMK-Präsidentin will berufliche Bildung aufwerten

Berufliche Bildung müsse wieder einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert erhalten, so hat KMK-Präsidentin Susanne Eisenmann (CDU) auf dem Gewerkschaftststag die Schwerpunkte der Kultusministerkonferenz für die nächsten Jahre beschrieben.

08.05.2017 - Von Julia Stoye

"Wir wollen dagegenwirken, dass Eltern und Schüler denken, der Weg über das Gymnasium mit anschließendem Studium sei der einzig richtige Weg", sagte die baden-württembergische Kultusministerin Eisenmann, die in diesem Jahr der Kultusministerkonferenz (KMK) vorsteht, vor den Delegierten des Gewerkschaftstages. Die berufliche Ausbildung sei gleichwertig mit der akademischen, doch das käme im Bewusstsein der Gesellschaft so nicht an. Deswegen wolle die KMK die duale Ausbildung stärken. "Wir erkennen, dass es hier noch viel Nachholbedarf gibt. Wir wollen Eltern und Kinder durch bessere Berufsorientierung an den Schulen bei der Entscheidung unterstützen, welches der richtige Weg zum Beruf ist. Wir wirken auf Unternehmen ein, dass sie Jugendlichen Perspektiven eröffnen", beschrieb Eisenmann den Fokus.

Neben Inklusion und der Integration von Kindern mit Fluchterfahrung sei die Digitalisierung in den Schulen ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der KMK. "Der Einsatz von Laptops und Tablets kann kein Selbstzweck sein, er führt nicht automatisch zu besserem Unterricht", positionierte sich Eisenmann. Trotzdem müsse die Digitalisierung in der schulischen und beruflichen Bildung verankert werden, auch um als Bildungs- und Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu bleiben.

Eisenmann gratulierte der GEW-Vorsitzenden Marlis Tepe zu ihrer Wiederwahl und wünschte ihr "die nötige Penetranz, die in so einem Amt nötig ist. Wir haben immer wieder miteinander zu tun, und ich freue mich auf die weiterhin gute und kritische Zusammenarbeit."

"Zeit für Qualifikation"

In ihrer Reaktion auf die KMK-Präsidentin bestätigte Tepe die Bedeutung der beruflichen Bildung. "Die GEW liefert seit Jahren Argumente der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung", sagte Tepe. Mit Blick auf die Digitalisierung des Unterrichts forderte die GEW-Vorsitzende vor allem Zeit für Qualifikation der Lehrkräfte. "Wir können nicht nebenbei den sinnvollen Einsatz dieser Geräte im Unterricht erlernen", gab Tepe Eisenmann mit auf den Weg.

Tepe pochte darauf, dass Bildung besser finanziert werden müsse und forderte von der KMK, sich dafür einzusetzen. Auch als baden-württembergische Kultusministerin wurde Eisenmann von Tepe in die Pflicht genommen: "Wir erwarten, dass Sie als Kultusministerin sich hinter ihr Personal stellen und mehr Zeit und mehr Geld zur Verfügung stellen!"

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