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Kinderlieder vorurteilsbewusst betrachten

Kinderlieder fördern nicht nur Musikalität und Sprachentwicklung, sondern enthalten auch Botschaften über die Welt. Die Fachstelle Kinderwelten will aufmerksam auf versteckte, diskriminierende Botschaften einiger gängiger Kinderlieder machen.

21.06.2016

Es gibt viele Kinderlieder, die weder im positiven noch im negativen Sinn Bezug zu vielfaltsbezogenen Inhalten haben. Manche Kinderlieder oder -reime offenbaren jedoch bei kritischer Betrachtung abwertende Inhalte über Geschlechtszugehörigkeiten, Religionen, Familienkulturen, Aussehen oder weitere Vielfaltsaspekte. Beispiele sind etwa das bekannte "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" oder "Eine kleine Dickmadam fuhr mal mit der Eisenbahn".

In der neuen Ausgabe von „KiDs aktuell - Kinderlieder für alle!“macht die Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung mit Fallbeispielen aus der Praxis aufmerksam auf die versteckten Botschaften einiger gängiger Kinderlieder und gibt Tipps für Alternativen.

Eltern und pädagogischen Fachkräften empfielt die Fachstelle grundsätzlich, Kinderlieder auf mögliche stereotype oder diskriminierende Botschaften zu überprüfen. Und betont: Falls solche Inhalte erkennbar seien, "sollte dieses Lied in dieser Form nicht weiter gesungen werden". Um der Mehrsprachigkeit vieler Kinder gerecht zu werden, könnten Lieder auch in den Familiensprachen eingeübt werden.

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