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Kiew: Gewerkschaftshaus ausgebrannt

Mindestens siebzig Menschen sind bei den Kämpfen vor einer Woche in Kiew ums Leben gekommen. Noch immer sind die Krankenhäuser in der Hauptstadt voll von Verletzten, viele mit Schusswunden. Das Haus der Gewerkschaften am Maidan Platz, das zum Hauptquartier der Protestbewegung wurde, fiel am 19. Februar 2014 einem Brandanschlag zum Opfer.

27.02.2014 - Manfred Brinkmann

Fotos: STESU

Im Zentrum von Kiew gelegen war das Haus der ukrainischen Gewerkschaften in den vergangenen Wochen zum Hauptquartier der Protestbewegung geworden und diente in den schweren Kämpfen um den Unabhängigkeitsplatz Maidan der Erstversorgung der Verwundeten. Während des Angriffs der berüchtigten Sonderpolizei Berkut auf die Besetzer des Maidan am 19. Februar 2014 wurde das Gewerkschaftshaus durch Molotow Coctails in Brand gesetzt und zerstört. Dabei sollen auch Verwundete zu Tode gekommen sein, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Gewerkschaftshaus aufhielten.

Gewerkschaften ohne Gewerkschaftshaus

Das Gewerkschaftshaus ist der Sitz des ukrainischen Gewerkschaftsbunds und seiner Mitgliedsgewerkschaften, darunter auch der ukrainischen Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (STESU). “Wir bekunden unser Beileid für die Familien der Toten und trauern mit ihnen. Wir hoffen sehr, dass es zu keinem weiteren Blutvergießen kommt”, erklärte der Präsident der ukrainischen Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, Georgiy Trukhanov.

Hunderte Gewerkschaftsbeschäftigte haben nun keine Arbeitsplätze mehr. Ihre Büros mit Dokumenten, Mitgliederdateien und Einrichtungsgegenständen sind ausgebrannt. „Wir werden viel Zeit und Geld brauchen, bis wir in diesem Gebäude wieder arbeiten können“, berichtet Georgiy Trukhanov. „Jetzt müssen wir als erstes wieder arbeitsfähig werden und übergangsweise neue Büros für unsere Angestellten suchen.“ STESU hat fast zwei Millionen Mitglieder an Schulen, Hochschulen und in Kitas und vertritt Lehrkräfte, Wissenschaftler, Erziehungspersonal, Verwaltungsangestellte sowie Studenten und Ruheständler .

Europäische Solidarität der Bildungsgewerkschaften

Der Vorstand der im EGBW vereinten europäischen Bildungsgewerkschaften, dem auch der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Keller als Vizepräsident angehört, hat auf seiner Sitzung am 24. Februar in Brüssel über die Situation in der Ukraine beraten und seine Solidarität mit der STESU und den ukrainischen Gewerkschaften bekundet. In einem Schreiben des EGBW-Direktors Martin Römer an die STESU und die europäischen Bildungsgewerkschaften heißt es: „Wir erklären unsere volle Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und fordern unsere Mitgliedsorganisationen zur solidarischen Unterstützung auf. In den kommenden Tagen werden wir eine EGBW Mission nach Kiew entsenden.“

Diese soll sich vor Ort im Gespräch mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen ein Bild von der Lage machen und eine Vorstellung davon bekommen, wie STESU am besten geholfen werden kann. Das EGBW wird sich dann mit einem konkreten Unterstützungs- und Hilfeaufruf an seine Mitgliedsorganisationen wenden. „Die Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine benötigen jetzt unsere Unterstützung“, erklärte Andreas Keller. „Wir werden im Geschäftsführenden Vorstand besprechen, welchen Beitrag die GEW dazu leisten kann.“

 

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