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Kaum Chefinnen in obersten Bundesbehörden

In den obersten Bundesbehörden fehlen Frauen in Führungspositionen, auch wenn die Zahl weiblicher Führungskräfte wächst. Das zeigt der Gleichstellungsindex 2017.

30.01.2018

In den obersten Bundesbehörden sind mittlerweile 35,3 Prozent Frauen in Leitungsfunktionen – im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 1,3 Prozentpunkte, wie das Bundesfrauenministerium (BMFSFJ) in Berlin mitteilte. In 19 von 24 Behörden erhöhte sich der Frauenanteil im vergangenen Jahr. Bei den beruflichen Aufstiegen kletterte er um 4 Prozentpunkte auf 58 Prozent. Doch auch wenn der Anteil an Frauen in Führungsverantwortung in den obersten Bundesbehörden seit 2015 um 2,7 Prozentpunkte stieg: Auf den Chefsesseln fehlen weiter Frauen.

„Der Bund geht in Sachen Gleichstellung mit gutem Beispiel voran“, sagte Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD), „doch können wir auch hier noch besser werden.“ Sie betonte: „Wir haben viele engagierte und gute Frauen, das muss sich auch noch mehr in den Spitzenpositionen widerspiegeln.“

Auch Frauen könnten Familie und Leitungspositionen vereinbaren, betont GEW-Frauenpolitikexpertin Frauke Gützkow. Mehr Frauen in Leitungspositionen sei jedoch kein Selbstläufer. „Es braucht Unterstützung durch Politik – zum Beispiel Vorgaben in Form von Gleichstellungsplänen.“

Der Gleichstellungsindex wird im Auftrag des BMFSFJ erstellt und ist Teil des Gesetzespaketes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.

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