GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

Filmtipp mit UnterrichtsmaterialienJugendliche Lebenswelten neu erzählt

Die erste Periode, der erste Kuss, der erste Herzschmerz: „Kokon“ erzählt von der 14-jährigen Nora und einem aufregenden Sommer. Kinofenster.de wählte die Coming-of-Age-Geschichte zum Film des Monats und bietet Unterrichtsmaterial ab Klasse 8.

20.08.2020

Jahrhundertsommer in Berlin-Kreuzberg: Im multikulturellen Mikrokosmos rund um das Kottbusser Tor bahnt sich die 14-jährige Nora ihren Weg durchs Erwachsenwerden. Während die Hitze auf ihrer Haut klebt, bekommt sie zum ersten Mal ihre Periode, entdeckt ihre Liebe für andere Mädchen und lernt die wilde Romy kennen. Mit ihr wirkt die Welt plötzlich endlos groß und voller verborgener Schönheit, der Park wird zum Dschungel, das Freibad zum Meer. Nora lernt, zu sich zu stehen und traut sich, Wege abseits der Clique ihrer älteren Schwester Jule zu gehen. 

In ihrem zweiten Film „Kokon“ erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Leonie Krippendorff eine authentische Coming-of-Age-Geschichte über aufkeimende Gefühle, sexuelles Erwachen und die erste große Liebe. Sie zeigt Mädchen, die sich von den Körperbildern der sozialen Netzwerke emanzipieren und erst so herausfinden, wer sie sein wollen. Neben Newcomerin Lena Urzendowsky spielen Jella Haase („Fack ju Göhte 1-3“), und Lena Klenke („How to Sell Drugs Online (Fast)“) mit.

Film des Monats

Kinofenster.de kürte „Kokon“ zum Film des Monats und empfiehlt ihn ab 13 Jahren beziehungsweise ab der achten Klasse. Mögliche Themen in den Fächern Deutsch, Ethik, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Biologie und Kunst sind Jugend, Jugendliche, Jugendkultur, Pubertät, Identität, Liebe und Medien. Dazu gibt es ein Arbeitsblatt mit drei Aufgaben zum Film. Zudem gibt es Vorschläge für die außerschulische Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Ein Hintergrund widmet sich dem Thema Erwachsenwerden in aktuellen Jugendfilmen. 

Regisseurin Leonie Krippendorff sagte im Interview mit Kinofenster.de, bei der Entwicklung des Drehbuches sei ihr „aufgefallen, dass es keinen queeren Film für junge Mädchen gibt – zumindest habe ich bei meiner Recherche keinen deutschen queeren Film für junge Mädchen im Schulalter gefunden. Das hat mich bestärkt, eine Geschichte dazu zu erzählen“.

Diese habe sie in Berlin-Kreuzberg angesiedelt, „weil dieses Viertel so divers ist. Wir haben viel mit Darstellern gedreht, die in dem Haus, in dem wir gefilmt haben, auch tatsächlich wohnen. Das sind also wirklich Jugendliche, die dort aufgewachsen sind. Ich fand es dabei sehr schön zu beobachten, dass es völlig egal war, wer welchen Background hatte. Alle waren auf einer Augenhöhe. Es hat mir gefallen, das zu sehen und es auch in ‘Kokon’ miteinfließen zu lassen“.