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Jetzt sind die GEW-Mitglieder gefragt!

Nach schweren Verhandlungen, die vom 3. bis 5. Januar 2011 in Frankfurt stattfanden, konnten zwei neue Tarifverträge verabredet werden

06.01.2011

  • Ein Sozialtarifvertrag enthält Abfindungsregelungen und Vereinbarungen zum besonderen Kündigungsschutz und zur Wiedereinstellung.
  • Der Manteltarifvertrag enthält Gehaltskürzungen für 2011, setzt den Einstellungsanspruch von freien Mitarbeitern für weitere vier Jahre aus und streicht die Begrenzung des Unterrichtsvolumens, das durch freie Mitarbeiter erbracht werden kann.

Mit diesem Tarifkompromiss ist es gelungen, die Zahl der Kündigungen auf bundesweit 20 zu reduzieren. Ursprünglich hatte der Arbeitgeber die Absicht, bis zu 68 Beschäftigten zu kündigen.
Mit dem nun gefundenen Kompromiss wird den Beschäftigten immer noch viel abverlangt. Gerade die Lehrkräfte müssen auf fünf bis zehn Prozent ihres Einkommens verzichten, bei gleichzeitigem Wegfall der meisten Zuschläge für Nichtstandardunterricht. Auch die Beschäftigten im Bürobereich werden in die Kürzungen einbezogen; vorgesehen sind minus zwei Prozent auf der Basis der Mindestgehälter.

Gerade deshalb kann die GEW-Tarif- und Verhandlungskommission nicht über Annahme oder Ablehnung alleine entscheiden. Die direkt in die Verhandlungen einbezogenen Kolleginnen und Kollegen haben zwar mit großer Mehrheit die Annahme des Verhandlungsergebnisses empfohlen, das letzte Wort haben jedoch die Mitglieder! Anfang der nächsten Woche erhalten deshalb die GEW-Mitglieder eine ausführliche Darstellung des Verhandlungsergebnisses mit einer Erläuterung, wie sich die Verhandlungen entwickelt haben. Bis zum 5. Februar haben die GEW-Mitglieder dann Gelegenheit, ihre Zustimmung oder Ablehnung zurückzumelden. Bis dahin wird der Gesamtbetriebsrat beraten und die Verhandlungen zum Interessenausgleich werden fortgesetzt. Beim Interessenausgleich erwartet der Arbeitgeber, dass eine Namensliste der zu Kündigenden mit vereinbart wird. Wir halten auch GEW-Mitgliederversammlungen in dieser Zeit für notwendig. Die Mitglieder der Tarifkommission sind gerne bereit, dazuzukommen und die Tarifeinigung zu erläutern und den Ablauf der Verhandlungen darzustellen.

Entscheiden über Annahme oder Ablehnung des Tarifergebnisses können nur Gewerkschaftsmitglieder. Nur von diesen kann die GEW Streikbereitschaft erwarten, wenn das Tarifergebnis abgelehnt wird!

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