GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

Webvideoprojekt „Jamal al-Khatib – Mein Weg“: Politische Bildung via Social Media

Im Internet kommen viele Jugendliche mit religiös begründeten extremistischen Inhalten in Berührung. Ein Webvideoprojekt von Turn – Verein für Gewalt- und Extremismusprävention will alternative Narrative zu dschihadistischer Propaganda vermitteln.

11.06.2019

Islamistischer Onlinepropaganda etwas entgegensetzen und mit Jugendlichen ins Gespräch kommen – das sind Ziele des Video- und Social-Media-Projekts Jamal al-Khatib - Mein Weg! von Turn – Verein für Gewalt- und Extremismusprävention. Der Impuls dafür ging von einem inhaftierten Jugendlichen aus, der nach seinem Ausstieg aus der dschihadistischen Szene andere junge Menschen vor seinen Fehlern bewahren wollte. Weitere Aussteiger schlossen sich dem Vorhaben an. Als Messenger in den Videos wird indes eine fiktive Figur eingesetzt.

Zielgruppe sind nach Angaben der Macher nicht nur Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen anfällig für dschihadistische oder neosalafistische Onlinepropaganda sind, sondern auch solche, in deren Onlinelebenswelten bereits extremistische Inhalte dominieren. Thematisiert wird beispielsweise antimuslimischer Rassismus, den die am Projekt beteiligten Jugendlichen selbst erlebten, etwa Diskriminierung in der Schule oder als rassistisch empfundene Polizeikontrollen. Jugendliche sollen online über die Inhalte der Videos diskutieren sowie selbst Formen des progressiven Widerstandes gegen Ungerechtigkeiten, aber für Zivilcourage und Solidarität finden.

Materialien für die pädagogische Praxis

Derzeit läuft die zweite Staffel von „Jamal al-Khatib - Mein Weg!“ und wird auf Facebook, Instagram und Youtube an die Zielgruppe vermittelt. Um das Projekt auf seine Wirkung hin überprüfen zu können, wird die Webvideoreihe über den gesamten Projektzeitraum hinweg wissenschaftlich begleitet.

Da auch Lehrkräfte angesichts des aufgeheizten gesellschaftlichen Klimas kompetent mit den Themen Salafismus und Radikalisierungsprävention umgehen müssen, hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Materialien zusammengestellt. Dazu gehören konkrete Unterrichtsvorschläge, Arbeitsblätter und pädagogische Konzepte, kompakte Hintergrundinformationen sowie Videobeiträge. 

Zurück