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Internationale Wochen gegen Rassismus 2020Gesicht zeigen - Stimme erheben!

Die GEW ruft zur Beteiligung an den Aktionswochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März auf. Das Attentat in Hanau zeigt erneut, wie wichtig es ist, Rassismus auf allen Ebenen zu bekämpfen und sich klar gegen rechte Hetze zu positionieren.

02.03.2020 - Elina Stock, Referentin im Vorstandsbereich Vorsitzende

Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau steht in einer Kontinuität rechtsextremer und rassistischer Gewalt. Diese Gewalt passiert mitten in unserer Gesellschaft und ist nicht zuletzt Folge einer Verschiebung der Grenzen des Sagbaren – in sozialen Medien und in Parlamenten, im öffentlichen Raum und auch in Bildungseinrichtungen. Sich an diesen Orten mit Betroffenen zu solidarisieren und rechter Hetze sowie jeglicher Form von Diskriminierung laut zu widersprechen, ist das Gebot der Stunde.

Über Rassismus sprechen und gemeinsam aktiv werden!

Die diesjährigen Aktionswochen vom 16. bis 29. März stehen unter dem Motto „Gesicht zeigen - Stimme erheben“. Sie sind eine gute Gelegenheit, um in der schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in zivilgesellschaftlichen Bündnissen aktiv zu werden und Engagement sichtbar zu machen. Ob durch Gespräche, Lesungen, Filmvorführungen, Ausstellungsbesuche, Vorträge oder die Mitwirkung an Projekten und Demonstrationen – es gibt etliche Möglichkeiten, die Stimme gegen Rassismus zu erheben und demokratie- und menschenfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken.

Demokratische Werte leben

Denn: Rassismus ist kein rechtsextremes Randphänomen, sondern tief in der Mitte der Gesellschaft verankert. Wir müssen mehr über Rassismus sprechen, den Ursachen auf den Grund gehen, verschiedene Formen und Mechanismen von Diskriminierung erkennen und darüber aufklären. Es ist wichtig, den Opfern rassistischer Gewalt zu gedenken sowie den von institutionellem Rassismus und Alltagsrassismus Betroffenen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und zu empowern. Ebenso notwendig ist es, sich im persönlichen Umfeld mit rassistischen Denk- und Handlungsmustern auseinanderzusetzen, den Sprachgebrauch zu reflektieren sowie eigene Vorurteile und Privilegien zu hinterfragen. Hierzu gibt es zahlreiche (Lern-) Anlässe und Angebote.

Das Erstarken rechtsextremer Kräfte sowie die Zunahme rassistischer und antisemitischer Gewalt verdeutlichen, dass Demokratie und Menschenrechte keine Selbstverständlichkeit sind. Demokratische Werte und Prinzipien müssen nicht nur konsequenter gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit und Angriffe der Neuen Rechten geschützt, sondern auch permanent erlernt und gelebt werden. Es gilt, Haltung statt Zurückhaltung zu üben sowie politische Bildung und demokratische Teilhabe zu stärken.

Material und Veranstaltungshinweise

Die Stiftung gegen Rassismus gibt Anregungen für die Gestaltung von Veranstaltungen und bietet vielfältiges Kampagnenmaterial sowie einen zentralen Online-Veranstaltungskalender an. Die GEW unterstützt Aktivitäten im Rahmen der Internationalen Wochen und steht allen Kolleginnen und Kollegen auch darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite. Sie empfiehlt Materialien und Literatur für die rassismuskritische Bildungsarbeit sowie Kontakte zu Akteuren der politischen Bildung und Beratungsstellen. In den Landesverbänden und auf Bundesebene der GEW gibt es haupt- und ehrenamtliche Ansprechpersonen – sowohl im Bereich ‚Aktiv gegen Rechts‘ als auch im Themenfeld ‚Migration, Diversität und Antidiskriminierung‘.

Sich online engagieren

Leider mussten wegen der Corona-Krise etliche Veranstaltungen abgesagt werden, so auch die GEW-Veranstaltung „Was bleibt? Südafrika 60 Jahre nach dem Sharpeville Massaker“. Am 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, der von den Vereinten Nationen zur Erinnerung an das Massaker von Sharpeville in Südafrika 1960 ausgerufen wurde, wird es dennoch an vielen Orten kleine Aktionen geben: #WorldAgainstRacism.

Die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus betont ebenfalls: „Gesicht zeigen – Stimme erheben“ – das geht auch online. Sie empfiehlt gezielt Beiträge in den Sozialen Medien unter den Hashtags #GesichtzeigenStimmeerheben; #InternationaleWochengegenRassismus; #IWgR und #Wirsindallemittendrin

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