GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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Internationale Gäste beim GEW Gewerkschaftstag Pfad zur Seite:

Gäste aus fast zwanzig Ländern nehmen am Gewerkschaftstag der GEW in Düsseldorf teil, darunter der Generalsekretär der Bildungsinternationale, Fred van Leeuwen und Mehmet Bozgeyik von der türkischen Lehrergewerkschaft Egitim Sen, der erst kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen ist.

07.06.2013 - Manfred Brinkmann

Foto: Manfred Brinkmann

Mehr als dreißig internationale Gäste aus Europa und Übersee werden zum Gewerkschaftstag der GEW erwartet. Sie alle sind Vertreter von Mitgliedsorganisationen der Bildungsinternationale, dem weltweiten Dachverband von Lehrer- und Bildungsgewerkschaften mit rund dreißig Millionen Mitgliedern, dem auch die GEW angehört. Die meisten internationalen Gäste werden bereits zwei Tage vor Beginn des Gewerkschaftstags nach Düsseldorf anreisen, um dort vom 10. – 12. Juni an einem Seminar ‚Internationale gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Zeiten der Krise‘ teilzunehmen, das gemeinsam von GEW und Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet wird. Am Beispiel so verschiedener Länder wie Griechenland, Ägypten, den USA, der Türkei, Burkina Faso oder Bulgarien werden Kolleginnen und Kollegen über ihre jeweilige Situation berichten und darüber sprechen, wie die internationale Zusammenarbeit und Solidarität unter den Gewerkschaften gestärkt werden kann.

Anträge zu internationalen Themen

Zu dem insgesamt viertägigen Programm der internationalen Gäste gehören auch ein Empfang im Landtag von Nordrhein-Westfalen, Besuche von Berufsschulen und betrieblichen Ausbildungszentren sowie eine Besichtigung des Kölner Doms. Während des Gewerkschaftstags ist im Kongresszentrum eine Simultanübersetzung vorgesehen, sodass die Gäste Gelegenheit haben werden, die Diskussionen und Abstimmungen der GEW-Delegierten zu verfolgen. Den Delegierten des Gewerkschaftstags liegen mehrere Anträge zu internationalen Themen vor, so etwa zur Kinderarbeit, zur Friedenspolitik oder zur Krise in Europa. Gleich zwei Anträge des Landesverbands Baden-Württemberg und des GEW-Hauptvorstands beschäftigen sich mit dem Nahostkonflikt - ein brisantes Thema, zumal die GEW sowohl zur israelischen Lehrergewerkschaft Histadrut Hamorim wie auch zur General Union of Palestinian Teachers (GUPT) freundschaftliche Beziehungen unterhält. Die beiden Gewerkschaften werden mit jeweils zwei Personen beim GEW Gewerkschaftstag vertreten sein werden.

Aus dem Gefängnis zum GEW-Gewerkschaftstag

Stellvertretend für die internationalen Gäste wird der Generalsekretär der Bildungsinternationale, Fred van Leeuwen, am zweiten Kongresstag zu den Delegierten reden. Nicht alle internationalen Gäste konnten zunächst frei darüber entscheiden, ob sie kommen werden, als sie die Einladung der GEW vor rund drei Monaten erhielten. „Besonders freue ich mich, dass Mehmet Bozgeyik an unserem Gewerkschaftstag teilnehmen wird“, so der scheidende GEW Vorsitzende Ulrich Thöne. Der Generalsekretär der Lehrergewerkschaft Egitim Sen war 2012 gemeinsam mit zahlreichen anderen türkischen Gewerkschaftern unter dem Vorwurf des Terrorismus verhaftet und erst im April 2013 nicht zuletzt aufgrund internationaler Proteste nach fast zehn Monaten aus dem Gefängnis entlassen worden. Der GEW Vorsitzende Thöne hatte sich aktiv für die Freilassung von Mehmet Bozgeyik eingesetzt und war im vergangenen halben Jahr gleich zweimal als Prozessbeobachter nach Ankara gereist.

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