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Im neuen Schuljahr fehlen wieder Tausende Lehrer

Im deutschen Bildungswesen sind Lehrer weiter Mangelware. Im neuen Schuljahr fehlen allein in 9 der 16 Bundesländer nach Angaben der jeweiligen GEW-Landesverbände fast 6.000 Stellen, rund ein Drittel davon in Bayern. Die Kinder hunderttausender Flüchtlinge könnten so nicht möglichst rasch durch Bildung integriert werden, kritisiert die GEW.

07.10.2015

Große Ausnahme ist Baden-Württemberg, wo in diesem Herbst mehr als 5.700 neue Lehrkräfte ihren Dienst angetreten haben, so viele wie seit den 1970er Jahren nicht mehr. War zudem bisher geplant, bis 2020 rund 11.600 Lehrerstellen einzusparen, sollen davon jetzt 8.506 erhalten bleiben

Auch Thüringen hat neue LehrerInnen eingestellt, wie im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbart fast 500 in diesem Jahr. Das sind zwar so viele wie noch nie seit 1991, laut GEW-Landesverband aber immer noch zu wenige, um die Zahl der Abgänge zu  kompensieren.

Eine „riesige personelle Lücke“ diagnostiziert derweil die GEW Bayern. Dort müsse die Landesregierung nach Ansicht des Landesverbandes bis zum Jahr 2018 mindestens 2.200 zusätzliche Planstellen schaffen, 1.000 sollten sofort für den Unterricht von Flüchtlingen an Berufsschulen bereitstehen.

„Das schlechteste Unterrichtsangebot seit Jahrzehnten“

In Berlin fehlt an 58 Schulen, die sich an einer Umfrage des GEW-Landesverbandes beteiligt haben, im statistischen Durchschnitt jeweils eine Lehrkraft. Ein dramatischer Personalmangel drohe besonders den Grundschulen. Die Hamburger Schulen brauchen nach Schätzung der GEW etwa 550 zusätzliche Stellen, um den Ansprüchen eines inklusiven Unterrichts gerecht zu werden.

Mindestens 400 Lehrkräfte fehlen nach Angaben der GEW Hessen an den Schulen des Landes. „Das schlechteste Unterrichtsangebot seit Jahrzehnten“ bemängelt die GEW Sachsen-Anhalt. Das Land benötige fast 1.000 Lehrkräfte mehr.

In Sachsen hat die Regierung zwar mehr als 1.000 neue Lehrkräfte eingestellt, zugleich aber 755 in den Ruhestand verabschiedet. Der Bremer Senat will zwar bis Jahresende 75 neue Lehrkräfte für den Unterricht minderjähriger Flüchtlinge einstellen. Die GEW hält jedoch die doppelte Anzahl für notwendig.

Den vollständigen Artikel von Winfried Dolderer gibt es in der Oktoberausgabe der "E&W".

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