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Internationaler Tag gegen Gewalt an FrauenDeutschland soll ILO-Übereinkommen ratifzieren

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November fordert der DGB Deutschland auf, das im Juni beschlossene ILO-Übereinkommen gegen Gewalt und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu ratifizieren.

21.11.2019

Mit einer Social-Media-Aktionswoche zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, die ILO-Konvention gegen Gewalt und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zeitnah zu ratifizieren. Damit unterstützen die Frauen im DGB die Kampagne des Internationalen Gewerkschaftsbundes mit dem Titel „Ratify now!“.

„Jede achte Frau in Deutschland war im letzten Jahr von sexueller Belästigung betroffen.“ (Elke Hannack)

„Jede achte Frau in Deutschland war im letzten Jahr von sexueller Belästigung betroffen. Mit der ILO-Konvention 190 existiert nun endlich ein internationales Übereinkommen, dass verbindliche Mindeststandards setzt. Damit dieser Meilenstein bald umgesetzt wird und sich Männer und Frauen weltweit wirksam gegen Gewalt und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehren können, muss die Bundesregierung jetzt Vorbild sein und dieses Instrument zeitnah ratifizieren“, fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. 

Bis Montag posten die Gewerkschafterinnen aufeinander aufbauende Beiträg auf Facebook und Twitter, in denen sie unter anderem das ILO-Abkommen nochmal erklären und würdigen. Zudem sind Kolleginnen aufgerufen, eigene Fotoaktionen zu starten und Bilder mit der Fahne „Nein zu Gewalt an Frauen“ zu machen. Die Fotos können den DGB Frauen gemailt werden, die diese dann in den sozialen Netzwerken mit den Hashtags #ratifyC190now!, #ILOC190 und #StopViolenceagainstWomen teilen. Zum Abschluss der Aktionswoche findet am Montag eine Fahnenhiss-Fotoaktion vor dem Haus des DGB-Bundesvorstandes in Berlin statt.  

Heil kündigte schnelle Ratifizierung an

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) verabschiedete im Juni 2019 mit großer Mehrheit erstmals einen internationalen Vertrag gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Das in Genf beschlossene Übereinkommen schreibt sowohl Vorschriften zur Verhinderung als auch Unterstützung für Opfer vor. Vorgesehen beziehungsweise zugesichert sind zum Beispiel Beschwerdemöglichkeiten und gerichtliche Verfahren sowie medizinische Versorgung, soziale Betreuung und rechtliche Beratung. Das Übereinkommen wirkt auch bei Dienstreisen, arbeitsbezogenen Veranstaltungen und schriftlicher Kommunikation.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte damals: „Vor dem Hintergrund der weltweiten #metoo Debatte hat die ILO jetzt auf UN-Ebene ein wirkungsvolles Instrument geschaffen. Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt gehören geächtet und bekämpft. Deutschland bekennt sich dazu und wird eine schnelle Ratifizierung des Übereinkommens in Angriff nehmen.“

Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die globale Mindeststandards in der Welt der Arbeit setzt. Entscheidungen werden nicht allein von den Regierungen, sondern zusammen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern getroffen.

 

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