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Hessische Grundschullehrerinnen singen für gerechtere Bezahlung

14.11.2017

Überall in Hessen waren am Montag Grundschullehrkräfte auf der Straße. Sie alle eint die Forderung nach gerechter Bezahlung, nämlich nach Besoldungsstufe A13. Ganz so, wie ihre Kolleginnen an anderen Schulformen bezahlt werden.

Hunderte Lehrkräfte waren landesweit dem Aufruf der GEW Hessen gefolgt, für eine gerechtere Eingruppierung auf die Straße zu gehen. Dabei zeigten die Grundschullehrerinnen vor allem Kreativität. In Marburg sangen sie das Lied „Drum auf“, mit dem sie auf die Nöte der Grundschullehrerinnen und -lehrer aufmerksam machten. In Hanau schrieben die Lehrkräfte gar das „Märchen von der gerechten Bezahlung“. Öffentliche Aktionen gab es am Montag unter anderem in Wiesbaden, Darmstadt, Fulda, Frankfurt, Marburg, Kassel und Offenbach. In insgesamt 17 Städten kamen Lehrerinnen und Lehrer zusammen um für sich für ihr gemeinsames Ziel stark zu machen: Eine gerechtere Bezahlung. Vor dem hessischen Kultusministerium in Wiesbaden fand die zentrale Kindgebung statt.

Grundschullehrerinnen werden als Beamtinnen nach Besoldungsgruppe A12 bezahlt. Damit verdienen sie allerdings weniger als ihre Kolleginnen an anderen Schulformen, die meist nach A13 bezahlt werden. Hiltraut Kopp-Ruthner aus dem GEW-Kreisverband Marburg erklärte: „Früher hatten Grundschullehrer eine kürzere Studiendauer, darauf begründet sich die unterschiedliche Besoldung.“ Das sei aber schon seit einiger Zeit nicht mehr so. Verschiedene Gutachten hatten bereits 2016 ergeben, dass die Lohndiskriminierung von Grundschullehrerinnen eine mittelbare Geschlechterdiskriminierung darstellt, weil besonders viele Frauen Lehrerinnen in Grundschulen sind. Die Vorsitzende der GEW-Hessen unterstreicht, dass Grundschullehrerinnen endlich nach A13 bezahlt werden müssen: „Wir fordern die Besoldung der Lehrkräfte an den Grundschulen nach A13. Nur Lehrkräfte an Grundschulen werden nach A12 besoldet. Hier liegt der Frauenanteil bei 90 Prozent, was einer mittelbaren geschlechtlichen Diskriminierung gleichkommt. Da die Arbeit in der Grundschule als gleichwertig mit Lehrtätigkeiten an anderen Schulformen angesehen werden kann, muss auch die Bezahlung in gleicher Höhe erfolgen!“

Schon seit Langem kämpft die GEW gegen die mittelbare Diskriminierung von Grundschullehrerinnen. Mit der Initiative „JA13 – Weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ macht die GEW seit Herbst 2016 Druck für eine gerechtere Bezahlung von Grundschullehrkräften.

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