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DigitalisierungHamburgs Schulen auf Platz eins

Spitzenplatz für Hamburgs Schulen bei der Digitalisierung: 444 von 480 Schulen haben bereits einen Breitbandanschluss, das sind 91,2 Prozent. Bundesweit betrachtet sind die Schulen laut GEW-Mitgliederbefragung aber noch schlecht aufgestellt.

07.08.2019

Hamburgs Schulen liegen bei der Digitalisierung laut Auswertung des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur deutschlandweit vorn. 444 von 480 Schulen verfügten bereits über einen Breitbandanschluss, das seien 91,2 Prozent, teilte die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung mit und bezog sich dabei auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der FDP-Bundestagsfraktion. Bei den 360 staatlichen Schulen haben sogar 100 Prozent einen Breitbandanschluss. Nach Angaben von Schulsenator Ties Rabe (SPD) gibt es in jedem zweiten Unterrichtsraum bereits eine digitale Tafel. Zudem besäßen die Schulen rund 30.000 Laptops und Computer, so dass jede fünfte Klasse jederzeit an entsprechenden Geräten arbeiten könne. 

Aktuell werden in dem Stadtstaat alle Schulen mit WLAN ausgestattet, so dass bis 2023 alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der staatlichen Schulen ein leistungsfähiges WLAN mit Gigabit-Technik bekommen. Noch in diesem Jahr soll ein Beschaffungsprogramm für digitale Tafeln in jedem Unterrichtsraum und weitere 25.000 Laptops oder Tablets gestartet werden. Parallel laufen bereits die Schulungen für Lehrkräfte und der Ausbau von Unterrichtsmodellen mit digitalen Medien.

Hamburg setzt damit den Digitalpakt Schule zwischen Bund und Ländern um. Im März 2019 lockerte der Bundesrat mit einer Grundgesetzänderung das so genannte Kooperationsverbot, so dass der Bund den Ländern künftig Investitionszuschüsse für Schulen geben kann. Der Bund stellt den Ländern von 2019 bis 2023 jedes Jahr eine Milliarde Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung. Umgekehrt verpflichteten sich die Länder, weitere rund zehn Prozent der Fördersumme aus eigenen Mitteln zu investieren.

„82 Prozent der Befragten mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr wichtig oder wichtig an.“ (Marlis Tepe)

Ungeachtet der jüngsten Hamburger Erfolgsmeldungen sind viele Schulen in Deutschland noch schlecht aufgestellt, um Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der digitalen Welt vorzubereiten, wie aus einer GEW-Mitgliederbefragung im Sommer 2018 hervorging. „82 Prozent der Befragten mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr wichtig oder wichtig an. 89 Prozent verlangen, dass die Bereitstellung zusätzlicher Gelder dafür höchste oder hohe Priorität haben müsse“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe bei der Vorstellung der repräsentativen Studie Gebäudequalität von Bildungseinrichtungen.

Als weitere drängende Anforderungen der Digitalisierung nannten die Befragten die technische Wartung und Betreuung der digitalen Ausstattung (94 Prozent), die Bereitstellung von Hardware für die Lehrkräfte (90 Prozent), das Gewährleisten des Datenschutzes (89 Prozent), die umfassende Fortbildung für Lehrkräfte (85 Prozent), die Unabhängigkeit von Medienkonzernen (85 Prozent) und das Primat der Pädagogik gegenüber der digitalen Ausstattung (83 Prozent).

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