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Goethe-Beschäftigte bereiten Parlamentariern gebührenden Empfang

Das Goethe-Institut hat wichtige Politikerinnen und Poliker am Abend des 10. September zum Parlamentarischen Abend eingeladen. Eine gute Gelegenheit für die Beschäftigten des Instituts, deutlich auf ihre miserablen Beschäftigungs-bedingungen aufmerksam zu machen.

10.09.2014

Fotos: Mathias Adelhoefer

Den Beschäftigten des Goethe-Instituts Berlin ging es mit ihrer Aktion darum, gegen die prekären Arbeitsbedingungen der so genannten "Freien Mitarbeiter*innen" am Goethe-Institut zu protestieren. Die GEW fordert den Vorstand des Goethe-Instituts seit langem dazu auf, in Gespräche über die Arbeitsbedingungen der "Freien Mitarbeiter*innen" einzutreten. Der Vorstand blockiert diese Gespräche aber mit der Begründung, dass er keinen Anlass für solche Gespräche sieht.

Dabei sieht die Realität an den Goethe-Instituten in Deutschland deutlich anders aus als allgemein bekannt:

  • Eine Honorarlehrkraft verdient in den Sprachkursen am Goethe-Institut netto ungefähr die Hälfte von dem, was Festangestellte für dieselbe Tätigkeit in demselben Umfang erhalten. Sie sind genauso qualifiziert. Es gibt keinen sachlichen Grund für diese Ungleichbehandlung.
  • Honorarlehrkräfte erhalten keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wir fordern eine Änderung analog zu den Festangestellten!
  • Wir fordern eine Beteiligung des Goethe-Instituts an den Sozial-versicherungskosten: an den Kosten für die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
  • Wie schnell kann bei der Arbeit ein Unfall passieren: Wir fordern die Einbeziehung der Honorarlehrkräfte in die gesetzliche Unfallversicherung.
  • Für Honorarlehrkräfte gilt kein Kündigungsschutz. Sie haben keine verlässliche Perspektive auf Weiterbeschäftigung. Wir fordern Regelungen zum Bestandsschutz für die langjährig für das Institut tätigen Honorarlehrkräfte.
  • Wir haben keine Mitbestimmungsrechte, obwohl wir an den Instituten in der Mehrheit sind. Wir fordern die institutionalisierte Einbeziehung unserer Interessen!
  • Wir wollen, dass der das Goethe-Institut endlich Verantwortung für die Honorarlehrkräfte übernimmt: viele arbeiten seit mehr als 15 Jahren überwiegend für das Goethe-Institut. Sie tragen 80% des Unterrichts im Inland. Sie sind das unsichtbare Fundament des Hauses. Daher fordern wir Tarifverhandlungen für die Honorarlehrkräfte am Goethe-Institut.
  • Solange es unsichere Arbeitsbedingungen am Goethe-Institut gibt, gibt es für uns keine „Gute Arbeit“. Auch die ständige Befristung in der Verwaltung muss aufhören. Das Goethe-Institut ist kein Durchlauferhitzer.

Bilder: Viele Beschäftigte folgen dem spontanen Protestaufruf. Zum Parlamentarischen Abend erscheinen Außenminister Steinmeier und weitere Prominente aus der Politik. Passanten solidarisieren sich mit den Goethe-Beschäftigten.

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