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Ausbildung von Erzieherinnen und ErziehernGiffey will das Schulgeld abschaffen – gut so!

Die Bundesfamilienministerin fordert eine kostenlose Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher. Das ist gut so! Es dürfe aber keine Abstriche bei der Qualität der Ausbildung geben, sagt Kita-Experte Björn Köhler.

06.09.2018

Die GEW unterstützt die Forderung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) über die Abschaffung des Schulgeldes für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. „Noch immer machen überwiegend Frauen eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Im Gegensatz zu Ausbildungen, die überwiegend von Männern gemacht werden, erhalten viele angehende Erzieherinnen kein Ausbildungsentgelt. In einigen Bundesländern muss sogar noch Schulgeld bezahlt werden. Da ist es eine Frage der Gerechtigkeit, die Ausbildung kostenfrei und mit einer angemessenen Vergütung zu versehen“, sagte Björn Köhler, Vorstandsmitglied für den Bereich Jugendhilfe und Sozialarbeit, am Donnerstag in Frankfurt.

„Erzieherinnen und Erzieher sind gut ausgebildete Fachkräfte, die ihre Kompetenzen zum Wohle unserer Gesellschaft einsetzen.“ (Björn Köhler)

Giffey hatte sich am Mittwoch in Berlin im Rahmen einer Rede von Absolventinnen und Absolventen der Fachschule SPI Berlin dafür ausgesprochen, die sozialen Berufe aufzuwerten. „Ein wichtiger Schritt dazu ist: Schulgeld abschaffen und eine Ausbildungsvergütung einführen“, sagte Giffey. Köhler wies jedoch darauf hin, bei allen anstehenden Reformen und Debatten über die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, unter keinen Umständen Abstriche bei der Qualität zu machen. „Die hohen Anforderungen in der Praxis und veränderte Rahmenbedingungen zum Beispiel durch Inklusion lassen eine Kürzung bei den Inhalten der Ausbildung gar nicht zu. Erzieherinnen und Erzieher sind gut ausgebildete Fachkräfte, die ihre Kompetenzen zum Wohle unserer Gesellschaft einsetzen – das muss auch in Zukunft so bleiben!“

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