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Gewerkschaften fordern fünf Prozent mehr und den Abschluss einer Entgeltordnung

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes - ver.di, GEW, GdP und dbb Tarifunion - haben heute in Berlin ihre Forderungen für die Länder-Tarifrunde 2011 vorgestellt. Neben einem Sockelbetrag in Höhe von 50 Euro plus einer weiteren dreiprozentigen Lohnerhöhung steht dabei der Abschluss einer Entgeltordnung - auch für Lehrkräfte - im Vordergrund.

14.12.2010

Die Lohnforderung für die rund 585.000 Tarifbeschäftigten der Länder (ohne Berlin und Hessen) entspricht im Schnitt einer fünfprozentigen Gehaltssteigerung. Durch den Sockelbetrag beinhaltet sie eine deutliche soziale Komponente.

Ein weiteres zentrales Ziel ist der Abschluss einer Entgeltordnung, wie sie in der Tarifeinigung von 2009 enthalten ist. Darüber hinaus umfassen die zwischen den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes abgestimmten Beschlüsse die Forderung nach einer Öffnungsklausel, die es ermöglicht, in einzelnen Bundesländern Verhandlungen über eine Neuregelung der Altersteilzeit aufzunehmen. Gefordert wird außerdem ein Bonus für Gewerkschaftsmitglieder, der deren Einsatz für die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse, den Erhalt der Tarifautonomie und damit des sozialen Friedens würdigt.

Der Tarifabschluss soll 14 Monate Laufzeit haben, er soll zeit- wie wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte übertragen werden.

Die GEW-Forderungen nach einer Ausweitung des Geltungsbereichs um Lehrkräfte an künstlerischen Hochschulen und wissenschaftliche Hilfskräfte sowie Verbesserungen für die zunehmende Zahl der Fristbeschäftigten im Hochschulbereich wurden von der ver.di-Bundestarifkommission übernommen.

Länder-Entgeltordnung hat hohen Stellenwert

Für die GEW hat der Abschluss einer Länder-Entgeltordnung, insbesondere für Lehrkräfte, einen hohen Stellenwert. GEW-Tarifexpertin Ilse Schaad betonte: "Es geht darum, die Verhandlungszusage aus dem Jahr 2006 endlich umzusetzen. Die Hängepartie auf Kosten der Beschäftigten muss beendet werden." Das sei auch im Interesse der Länder, so Schaad. Sie müssten den Nachwuchs für den Lehrerberuf sicherstellen. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Lehrkräfte spitzt sich immer mehr zu, wir steuern sehenden Auges auf einen dramatischen Lehrermangel zu", warnte die Tarifexpertin. "Nur wenn Arbeitsbedingungen und Gehalt stimmen, werden sich wieder mehr junge Menschen für den schönen Beruf des Lehrers entscheiden".

Im Vorfeld der Tarifrunde plant die GEW eine Kampagne zur Sicherung des Lehrernachwuchses.

Die Verhandlungen beginnen am 4. Februar 2011.

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