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Tag der BefreiungGEW-Vorsitzende unterzeichnet Aufruf „Verständigung statt Macht“

Am Tag der Befreiung am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 75. Mal. Die GEW-Vorsitzende hat anlässlich des Gedenktages einen Aufruf für Abrüstung statt Aufrüstung unterschrieben.

26.03.2020

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe hat anlässlich des Tags der Befreiung am 8. Mai den Aufruf „Verständigung statt Macht“ unterzeichnet. Darin wird ein neuer Rüstungswettlauf kritisiert. „Auf nur zehn Länder entfallen 75 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Deutschland steht dabei auf Platz acht“, heißt es. Die Ausgaben für Rüstung und Militär stiegen weiter an. Neue Atomwaffen sollten stationiert werden, die noch schneller und zerstörerischer seien als die bisherigen. Zudem wachse in der digitalen Welt die Gefahr, dass diese Waffen auch eingesetzt würden. 

75 Jahre nach Kriegsende ist der Frieden wieder bedroht. Vieles ist unsicher geworden, neue Gefahren sind hinzugekommen. Die soziale Spaltung wird tiefer, der Klimawandel, die Zerstörung der Ernährungsgrundlagen und der Kampf um Rohstoffe kommen hinzu. Die schnell zusammengewachsene Welt zeigt neue Formen der Verletzlichkeit. Auch Europa steht am Rande des Friedens.  

Wer den Frieden will, muss für den Frieden kämpfen. Die häufig zu hörende Forderung, Europa müsse die „Sprache der Macht“ lernen und seine militärischen Fähigkeiten ausbauen, ist absolut falsch. Mehr Militär löst keines unserer Probleme. Wir brauchen vielmehr eine Zivilisierung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Konflikte. Andernfalls kehren die Gespenster der Vergangenheit zurück. Ein brückenloser Abgrund droht. 

Neuer Rüstungswettlauf

Doch ein neuer Rüstungswettlauf ist bereits voll im Gange. Auf nur zehn Länder entfallen 75 Prozent der weltweiten Militärausgaben. Deutschland steht dabei auf Platz acht. Die Ausgaben für Rüstung und Militär steigen weiter an, neue Atomwaffen sollen stationiert werden, die noch schneller und noch zerstörerischer sind als alles was bisher war. Und in der digitalen Welt wächst die Gefahr, dass sie auch eingesetzt werden.  

Das 21. Jahrhundert darf nicht zu einem Jahrhundert der Konfrontation und Gewalt werden. Unsere Aufgaben heißen vielmehr: Aufbau einer gesamteuropäischen Friedensordnung, Stärkung der Vereinten Nationen, weltweite Abrüstung und Rüstungskontrolle, friedliche Beilegung ökonomischer, sozialer und ökologischer Konflikten. Unsere Verantwortung ist eine Politik globaler Gerechtigkeit.  

Wir sind viele und in der Demokratie nicht ohnmächtig. Wir sagen daher Nein zu einer Sprache der Macht, aber ein Ja zu einer Kultur des Friedens, der Vernunft und der Zusammenarbeit. Wir sagen Nein zu einer Erhöhung der Militärausgaben! Abrüsten statt Aufrüsten! Für eine neue Entspannungspolitik jetzt! 

„Das 21. Jahrhundert darf nicht zu einem Jahrhundert der Konfrontation und Gewalt werden“, fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Stattdessen lauteten die Aufgaben: Aufbau einer gesamteuropäischen Friedensordnung, Stärkung der Vereinten Nationen, weltweite Abrüstung und Rüstungskontrolle, friedliche Beilegung ökonomischer, sozialer und ökologischer Konflikte. 

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