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GEW-Schulexpertin Hoffmann kritisiert Verbot von Wirtschafts-Unterrichtsbuch

GEW-Vorstandsfrau Ilka Hoffmann hat das - inzwischen aufgehobene - Vertriebsverbot des Unterrichtsbuchs "Ökonomie und Gesellschaft" scharf kritisiert. Lobbyismus in der Schule nehme seit Jahren zu. „Aber so dreist ist dies noch nicht vorgekommen.“

08.12.2015

Hintergrund: Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) musste den Vertrieb ihrer Arbeitshilfe für Lehrkräfte mit dem Titel "Ökonomie und Gesellschaft" im Juli auf Anweisung des Bundesinnenministeriums (BMI) einstellen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hatte das Buch in einem Schreiben an die bpb sowie an das Ministerium im Juni scharf kritisiert. Als die Vorgänge öffentlich wurden, nahm das BMI nach empörten Medienberichten das Verbot wieder zurück. Seit November ist das Buch, das ab Oktober vorübergehend nicht erhältlich war, nun wieder bestellbar. 

Peter Clever, Mitglied der BDA-Geschäftsführung, schrieb in seinem Brief, die Publikation sei "einseitige Propaganda gegen die Wirtschaft". Besonders die Lerneinheit "Lobbyismus als 'fünfte Gewalt' - 'Hinterzimmerpolitik' oder pluralistische Notwendigkeit?" zeichne "ein monströses Gesamtbild von intransparenter und eigennütziger Einflussnahme der Wirtschaft auf Politik und Schule".

Hoffmann konterte: Dass die Arbeitgeber sich so stark auf das Kapitel Lobbyismus eingeschossen hätten, zeige, „wie nötig solches Material für den Unterricht ist“.

Der vollständige Artikel von Klaus Heimann ist in der Dezemberausgabe der "E&W" nachzulesen.

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