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GEW schlägt Sofortprogramm für mehr Lehrkräfte vor

21.11.2017

Angesichts der steigenden Zahl von Schulanfängerinnen und Schulanfängern plädiert die GEW dafür, mehr Lehrkräfte auszubilden. Grundschullehrerinnen müssten zudem endlich nach A13 bezahlt werden, bekräftigte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

Vor dem Hintergrund des bundesweiten Lehrkräftemangels und der steigenden Zahl von Schulanfängerinnen und Schulanfängern schlägt die GEW ein Sofortprogramm zur Erhöhung der Ausbildungskapazitäten von Lehrkräften vor. „Die Länder haben in den vergangenen Jahren verschlafen, ausreichend Lehrkräfte – insbesondere für Grundschulen - auszubilden, um die Unterrichtsversorgung trotz der Pensionierungswelle und gleichzeitig steigenden Schülerzahlen sicher zu stellen“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag mit Blick auf die aktuellen Einschulungszahlen des Statistischen Bundesamtes

Destatis zufolge stieg die Zahl der Erstklässler und Erstklässlerinnen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 0,6 Prozent.  Die größten prozentualen Anstiege gab es in Thüringen (+ 2,5 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (+ 2,2 Prozent). Nur in Baden-Württemberg stieg die Zahl der Einschulungen nicht. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wächst die Zahl der Grundschüler von 2,8 (2015) auf knapp 3,2 Millionen (2030). Hieraus ergibt sich für 2025 bundesweit ein Mehrbedarf von gut 24.000 Grundschullehrkräften, für 2030 immer noch von gut 21.000. Dazu werden bis 2025 bis zu 2.360 neue Grundschulen benötigt.

„Es ist ein Anachronismus, dass diese Gruppen bis heute schlechter bezahlt werden als voll ausgebildete Lehrkräfte an anderen Schulformen.“

Tepe forderte, der Beruf der Grundschullehrerinnen und -lehrer müsse dringend aufgewertet werden. „Lehrkräfte an Grundschulen und in der Sekundarstufe I sollen künftig nach der Besoldungsgruppe A13 beziehungsweise der Entgeltgruppe E13 bezahlt werden. Es ist ein Anachronismus, dass diese Gruppen bis heute schlechter bezahlt werden als voll ausgebildete Lehrkräfte an anderen Schulformen.“ Nur so seien die „Attraktivität des Berufs“ zu steigern und mehr junge Menschen als bisher als Pädagoginnen und Pädagogen zu gewinnen.

Derzeit macht die Bildungsgewerkschaft bundesweit mit vielen Aktionen auf die ungerechte Bezahlung von Grundschullehrkräften aufmerksam:  In Dresden beispielsweise verteilte eine GEW-Delegation Flugblätter mit den Forderungen nach E13 beziehungsweise A13 für alle vor dem Kultus- und dem Finanzministerium. Hessische Grundschullehrerinnen sangen für eine bessere Bezahlung. In Hamburg bekräftigten Lehrkräfte ihre Forderung mit Verweisen auf den Equal Pay Day.

Mit der Initiative „JA13 – Weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ macht die GEW seit Herbst 2016 Druck für eine faire Entlohnung von Grundschullehrkräften.

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