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GEW schlägt neuer Bundesregierung „Förderprogramm für verlässliche Karrierewege in der Wissenschaft“ vor

15.10.2013

„Köpenicker Appell“ der Bildungsgewerkschaft für ein 100-Tage-Programm

Frankfurt am Main - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vorgeschlagen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch ein „Förderprogramm für verlässliche Karrierewege in der Wissenschaft“ Anreize für berechenbare Berufsverläufe zu geben. Der heute veröffentliche „Köpenicker Appell“ der GEW ist einer der Vorschläge für ein 100-Tage-Programm der neuen Bundesregierung. „Wer gute, ja exzellente Forschung und Lehre fordert, muss gute Beschäftigungsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bieten. Die neue Bundesregierung kann und muss dafür die Weichen stellen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende und Hochschulexperte der GEW, Andreas Keller, am Dienstag in Frankfurt a.M.

Mit dem Förderprogramm sollen zusätzliche Stellen für promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Postdocs) gefördert werden, wenn sich die Einrichtungen dazu verpflichten, die Stellen auf Dauer zu finanzieren und mit einem so genannten Tenure Track auszustatten. Ein Tenure Track eröffnet Postdocs die Perspektive einer dauerhaften Beschäftigung in Forschung und Lehre. „In Deutschland sind die Karrierewege für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders lang und steinig. Das ist nicht nur unfair gegenüber den Betroffenen, auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes Hochschule und Forschung im Wettbewerb mit Arbeitgebern in der Industrie oder im Ausland leidet. Der Bund sollte daher mit einem Förderprogramm gezielte Impulse für verlässliche Karrierewege setzen“, sagte Keller.

Die weiteren Vorschläge des „Köpenicker Appells“ zielen darauf ab, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu ändern sowie den Grundsatz „Gute Arbeit“ in der Forschungsförderung umzusetzen. „Auch im Bildungsföderalismus verfügt der Bund über Kompetenzen, die er nutzen kann, um die Karrierewege in der Wissenschaft zu reformieren: Indem im Wissenschaftszeitvertragsgesetz Mindestlaufzeiten für befristete Arbeitsverträge verankert oder mit Bundesgeldern geförderte Einrichtungen darauf verpflichtet werden, Tarifverträge einzuhalten. Die GEW erwartet, dass die neue Bundesregierung schon in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit wirksame Maßnahmen für bessere Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft ergreift“, mahnte der GEW-Sprecher.

Info:
Den „Köpenicker Appell“ mit dem Titel „Jetzt die Weichen für den ‚Traumjob Wissenschaft‘ stellen!“ hat die Bildungsgewerkschaft während der 7. GEW-Wissenschaftskonferenz vorgelegt, die vom 9. bis 12. Oktober am Müggelsee in Berlin-Köpenick zum Thema „Aufstieg oder Ausstieg? Wissenschaft zwischen Doktorhut und Katheder“ stattfand. Der „Köpenicker Appell“ wird von zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz unterstützt.

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