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20 Jahre BolognaGEW mahnt Korrekturen der Studienreform an

20 Jahre nach dem Start der Bologna-Reform fordert die GEW erneut Nachbesserungen. Dazu gehören der Zugang zum Masterstudium für alle Bachelorabsolventinnen und -absolventen sowie eine bessere Betreuung der Studierenden.

25.06.2019

Die GEW hat die Länder gemahnt, Fehler bei der Umsetzung der vor 20 Jahren gestarteten Bologna-Reform zu korrigieren. Zwar stehe die europäische Studienreform für gute Ziele wie die Förderung der Mobilität im europäischen Hochschulraum oder vergleichbare Studienstrukturen und -abschlüsse, sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende und Hochschulexperte, Andreas Keller. „Bei der Umsetzung der Reform haben die Länder und die Hochschulen jedoch gravierende Fehler gemacht: vollgestopfte Curricula, eine zu hohe Prüfungsdichte oder eine zu hohe Arbeitsbelastung für Studierende und Lehrende.“ 

Keller zufolge müssen die Länder ihre strengen Vorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge „entrümpeln, um sowohl die Studierbarkeit als auch die Studierfreiheit zu sichern“. Zudem müssten sie das Recht auf freien Zugang zum Masterstudium für alle Bachelorabsolventinnen und -absolventen durchsetzen. Notfalls müsse dazu der Bund von seiner Gesetzgebungskompetenz für Hochschulabschlüsse und -zulassung Gebrauch machen. 

Der GEW-Vize bekräftigte zudem die Forderung nach besseren Betreuungsrelationen und mehr Personal und Dauerstellen für Daueraufgaben. „Solange an Universitäten auf eine Professur über 60 Studierende kommen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach dem Hire and Fire-Prinzip eingestellt und wieder auf die Straße gesetzt werden, kann keine optimale Betreuung der Studierenden gewährleistet werden.“ Die aktive Unterstützung der Lehrenden müsse „ganz nach oben auf die Agenda des Bologna-Prozesses“. 

Vor 20 Jahren gaben die Bildungsministerinnen und -minister aus 29 europäischen Ländern in der italienischen Universitätsstadt Bologna den Startschuss für den gleichnamigen Reformprozess zur Schaffung eines europäischen Hochschulraumes. Inzwischen schlossen sich 48 Länder innerhalb und außerhalb der Europäischen Union der Reform an. 

 

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