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Schulen und Kitas in Corona-Zeiten "Gesundheitsschutz zur Chefsache machen"

Die GEW mahnt, angesichts der Corona-Pandemie Hygiene und Infektionsschutz an Schulen und Kitas endlich ernstzunehmen und die Leitungen wirksam zu unterstützen.

02.04.2020

Mit Blick auf die Corona-Pandemie hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Politik, Schul- und Kitaträger gemahnt, die hygienischen Verhältnisse an den Einrichtungen nachhaltig zu verbessern und für einen effektiven Infektionsschutz zu sorgen. „Wir müssen jetzt die Zeit bis zur Öffnung der Schulen und Kitas nutzen, um einen wirksamen Gesundheitsschutz der Lehrenden und Lernenden umzusetzen“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Donnerstag in Frankfurt a.M.

„Die Schulleitungen brauchen umfassende Unterstützung.“ (Ilka Hoffmann)

„Es ist Zeit, das Thema Hygiene zur Chefsache bei Politik, Behörden und Trägern zu machen. Ein ‚Weiter so‘ ist unverantwortlich“, sagte Hoffmann weiter. „Die Schulleitungen brauchen umfassende Unterstützung und Beratung, um die Hygienemaßnahmen umzusetzen.“ Tipps und Handreichungen allein griffen zu kurz.

Verantwortung wird Leitungen aufgebürdet

Die GEW hat von Schulen und Kitas die Rückmeldung erhalten, dass Hygiene und Infektionsschutz sehr unterschiedlich und teils viel zu nachlässig behandelt werden. „Alle Schulen und Kitas, die Notbetreuung anbieten, brauchen dringend Desinfektionsmittel und Hygienemaßnahmen. Die Verantwortung, für Hygiene zu sorgen, wird oft den Leitungen aufgebürdet, statt diese zu unterstützen“, betonte Hoffmann.

„Der Schutz der Lehrenden und Lernenden darf nicht am Geld scheitern.“(Ilka Hoffmann)

Hinzu komme, dass insbesondere in Kitas, Grund- und Förderschulen nicht auf Abstand zu den Kindern gearbeitet werden kann. Umso wichtiger seien Schutzkleidung, Beratung und Vorsorge für die Beschäftigten. Schulleitungen berichteten, dass an manchen Schulen nicht regelmäßig geputzt wird, dass Oberflächen nicht desinfiziert und gereinigt werden und die Toiletten nach wie vor in einem schlechten Zustand sind. Es fehle häufig an Flüssigseife und warmem Wasser, Einmalhandtüchern und Desinfektionsmitteln. „Der Schutz der Lehrenden und Lernenden darf nicht am Geld scheitern – die Mittel müssen ohne Wenn und Aber bereitgestellt werden. Alles andere wäre in dieser Situation absurd“, unterstrich Hoffmann.

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