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"Gestalten statt Verwalten!"

"Kommunale Bildungslandschaften" haben derzeit Hochkonjunktur. Ein neues Gutachten im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung setzt sich mit den Chancen und Risiken von stärker lokal vernetzten und gesteuerten Bildungsangeboten auseinander.

13.12.2010

Bundesweit schießen immer mehr Initiativen und Modellversuche zur Kommunalisierung von Bildungsangeboten wie Pilze aus dem Boden. Dies hat laut Gutachten des Bremer Bildungs- und Kulturwissenschaftlers Wolfgang Weiß mit dem starken sozialen Wandel der vergangenen Jahrzehnte und den massiven Folgen für Familie und Schule zu tun.

Vor allem das zunehmende Auseinanderdriften ganzer Stadtteile in Bezug auf Einkommen, Bildungsstand oder Migrationshintergrund erforderten immer häufiger differenzierte, je nach Zielgruppe unterschiedliche Bildungs- und Fördermaßnahmen. Eine zentrale Zuständigkeit in fernen Kultusministerien, so Gutachten-Autor Weiß, werde den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht. Gebraucht würden die "Kümmerer vor Ort".

Es sei schwer nachvollziehbar, dass die Kommunen zwar für fast alle Bildungsinstitutionen vor Ort zuständig seien – Volkshochschule, Bibliothek, Hort, Jugendhilfe, Kindergarten etc. – sowie für die Ausstattung der Schulen, aber nicht für das, was in der Schule passiere. Hier hätten die Kommunen, obwohl sie von den sozialen Folgen in besonderer Weise betroffen sind, kaum eine Chance einzugreifen.

Neben einer umfassenden Begriffsstrukturierung und -erklärung bietet das Gutachten u. a. einen Überblick über verschiedene Kommunalisierungsinitiativen und einen Blick in die Bundesländer. Es befasst sich mit Fragen der Finanzierung und mit Spannungsfeldern zwischen den Kooperationspartnern – Schulen, außerschulischen Bildungsinstitutionen, Kommunen, Land und Bund –, auch hinsichtlich der Umsetzung des bildungspolitischen Gestaltungsauftrags in der Zukunft.

Eine Kurzfassung des Gutachtens "Kommunale Bildungslandschaften – Chancen, Risiken und Perspektiven" im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung steht im Infokasten zum Download zur Verfügung. Die Langfassung in gedruckter Form erscheint Anfang 2011 im Juventa-Verlag.

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