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Gender-Pay-Gap-Experiment: ein Mensch, zwei Gehälter

Terre Des Femmes hat ein ungewöhnliches Gender-Pay-Gap-Experiment gemacht: Transgender-Personen haben sich ein Mal als Mann, ein Mal als Frau auf denselben Job beworben. Das Ergebnis nennt die Organisation einen Skandal.

27.02.2018

Terre Des Femmes hat mit einem Experiment mit Transgendern, die sich sowohl als Frau als auch als Mann auf denselben Job beworben haben, aufgezeigt, wie es um Geschlechter- und Lohngerechtigkeit bestellt ist. Demnach bekämen Frauen bis zu 33 Prozent weniger Geld für die gleiche Arbeit, teilte Terre Des Femmes mit. Diese hohe Differenz übertreffe sogar die jüngsten statistischen Auswertungen von 21 Prozent in Deutschland.

Drei Personen traten einmal als Mann, einmal als Frau im Bewerbungsgespräch um Jobs im Projektmanagement, als pharmazeutisch-technische Assistenz und im Modebereich an – mit gleichen Lebensläufen, Qualifikationen und relativ gleichen Persönlichkeiten. Mit versteckten Kameras wurde gefilmt, wie Personaler und Personalerinnen Frauen im Gespräch unterschiedlich behandelten – insbesondere, wenn es um die Gehaltsverhandlung ging. Zum Teil waren bei Männern sogar Boni im Gespräch, die gegenüber Frauen gar nicht erwähnt wurden.

„Das Gender-Pay-Gap-Experiment entlarvt die politischen Bemühungen der Gleichstellung der letzten Jahre. Frauen sind noch weit davon entfernt, gleich behandelt zu werden. Die Politik muss endlich handeln und die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung fördern und gesetzlich verankern“, sagte Terre-Des-Femmes-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle.

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