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Gemeinsames Fach statt „Rechtsstaatsklassen“

09.05.2018

Die GEW weist den Vorstoß der Union zur Einführung eines Wertekunde-Unterrichts für Flüchtlinge zurück: Dies fördere nicht die Integration, sondern die Separation, kritisiert die Vorsitzende Marlis Tepe und fordert stattdessen ein gemeinsames Fach.

„Das ist kontraproduktiv, weil die Schülerinnen und Schüler separiert statt integriert werden.“ (Marlis Tepe)

Die GEW lehnt die aus den Reihen der Union geforderten „Rechtsstaatsklassen“ für Flüchtlingskinder ab. „Das ist kontraproduktiv, weil die Schülerinnen und Schüler separiert statt integriert werden“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Stattdessen sollten im gemeinsamen Unterricht Fragen von rechtlichen Normen, Ethik, Religionen und Werten behandelt werden. Derzeit würden diese Themen in Fächern wie Religion, Ethik, Gesellschaftskunde, Geschichte oder Philosophie bearbeitet. Tepe forderte indes: „In Deutschland muss über die Frage eines gemeinsamen Faches neu nachgedacht werden.“ Zugleich kritisierte sie, dass junge Geflüchtete erst nach einer längeren Wartezeit Schulunterricht bekämen.

Zuvor war Medienberichten zufolge ein Papier der Unions-Fraktionsspitzen von Bund und Ländern bekannt geworden, in dem es heißt, für geflüchtete Kinder sei bundesweit die „Beschäftigung mit dem deutschen Rechtssystem und der Werteordnung des Landes wichtig“. Dazu fordern die Politiker von CDU und CSU einen Wertekunde-Unterricht für junge Geflüchtete. „Sprach- und Wertevermittlung soll der Regelbeschulung vorgeschaltet sein und sind unabdingbare Voraussetzung für gelingende Integration“, zitierte die „Rheinische Post“ aus dem Dokument. „Ziel dieses Unterrichts soll sein, dass Flüchtlinge sich in unserem Werte-/Rechtsstaatssystem besser zurechtfinden können und ihnen gleichzeitig die Grenzen und Verpflichtungen unseres Rechtsstaates vermittelt werden.“

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