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Gemeinsam für gute Bildung - Weltlehrertag 2013

Zum diesjährigen Weltlehrertag am 5. Oktober fordert die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe eine bessere Ausbildung von Lehrkräften in Deutschland, um den Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden. Auch müsse Deutschland mehr Mittel für Lehrerausbildung in Entwicklungsländern bereitstellen.

04.10.2013 - Manfred Brinkmann

Fotos: Manfred Brinkmann, Kay Herschelmann

Lehrerinnen und Lehrer haben eine besondere Verantwortung: Sie unterrichten und erziehen die nachfolgenden Generationen, sind Vorbilder für unsere Kinder. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, benötigen sie eine gute Ausbildung und Unterstützung und Anerkennung durch die Gesellschaft. Darauf weist die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe aus Anlass des diesjährigen Weltlehrertags am 5. Oktober hin.

Gestiegene Anforderungen an Lehrkräfte

Qualifizierte und motivierte Lehrkräfte sind entscheidend für gute Bildung. Welchen Wert eine Gesellschaft der Erziehung und Bildung ihrer Kinder beimisst erkennt man auch daran, wie viel sie bereit ist, in Ausbildung und Bezahlung ihrer Lehrkräfte zu investieren. „Lehrende müssen unterstützt werden, die Anforderungen inklusiver Bildung und multiethnischer Schulklassen erfolgreich umsetzen zu können. Dafür muss insbesondere die Ausbildung reformiert, aber auch die Fort- und Weiterbildung ausgebaut werden. Die Pädagoginnen und Pädagogen müssen darauf vorbereitet werden, mit der sozialen und kulturellen Vielfalt der Kinder und Jugendlichen umzugehen“, so die GEW-Vorsitzende. Die Bildungsgewerkschaft verlangt von den Kultusministern, die Lehrerbildung in der Fläche zu verbessern: Mit wenigen Exzellenzprogrammen an ausgewählten Hochschulen sei niemandem geholfen, betonte die GEW-Vorsitzende.

Weltweit mangelt es an ausgebildeten Lehrern

Auch international sei ein reiches Land wie Deutschland gefordert, mehr zu tun, damit alle Kinder weltweit eine gute Grundbildung erhalten. Nach Angaben der UNESCO gehen rund sechzig Millionen Grundschulkinder nicht zur Schule, weil es an Lehrerinnen und Lehrern mangelt. In vielen Entwicklungsländern fehlt es an Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrer. Viel zu häufig werden Kinder daher von unqualifizierten oder schlecht ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet, die überfordert sind, weil es ihnen an grundlegenden pädagogischen und didaktischen Kenntnissen fehlt. „Das Millenniumsziel, dass bis 2015 alle Kinder zumindest eine kostenlose Grundbildung erhalten, ist nicht mehr zu erreichen. Das ist ein Armutszeugnis, insbesondere für die reichen Industriestaaten des Nordens, die nicht bereit sind, ausreichend Gelder zur Verfügung zu stellen. Nur mit Bildung ist der Teufelskreis, in dem Armut von Generation zu Generation weiter vererbt wird, zu durchbrechen“, betont die GEW-Vorsitzende.

Internationale Kampagne für gute Bildung "Unite for Quality Education"

Unter dem Motto „Gemeinsam für gute Bildung – bessere Bildung für eine bessere Welt“ startet die Bildungsinternationale, der weltweite Dachverband von vierhundert Bildungs- und Lehrergewerkschaften, zum diesjährigen Weltlehrertag eine internationale Kampagne für gute Bildung. Die GEW wird sich als Mitglied der Bildungsinternationalen daran beteiligen. Mit parallelen Auftaktveranstaltungen am 4. Oktober in New York und Paris, an denen auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova teilnehmen werden, soll auf die Kampagne aufmerksam gemacht werden. „Alle Kinder und Jugendliche haben ein Menschenrecht auf gute, qualitativ hochwertige Bildung. Dafür setzen wir uns ein“, so die GEW-Vorsitzende, die bei der Veranstaltung in Paris dabei sein wird. Die Auftaktveranstaltung wird per Onlinestream übertragen und simultan auf Facebook, Twitter und anderen Social Media Kanälen offen diskutiert und begleitet (siehe Link).

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