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E&W 1/2021Ganztag

Die Zahl der Ganztagsschulen ist seit 2002 von rund 5.000 auf mehr als 18.000 in 2018 gestiegen. Damit verbunden ist ein deutlicher Wandel der Arbeit der Lehrkräfte. Die E&W widmet sich dem Thema mit Reportagen, Interviews und Hintergründen.

05.01.2021

In allen Bundesländern wird aufgrund steigender Schülerzahlen mehr Lehrpersonal gebraucht, zugleich werden aber auch Erzieherinnen und Sozialpädagogen immer knapper. „Unter solchen Bedingungen dürfte es nicht einfach sein, weiteres Personal für den Ganztagsbetrieb zu erhalten und weitere bestehende Schulen zu Ganztagsschulen umzuwandeln“, schreibt unser Gastkommentator, Prof. Klaus-Jürgen Tillmann.

Arbeiten Fachkräfte mit unterschiedlichen Berufen in einer Schule arbeiten, eröffnet das zwar mehr Möglichkeiten für eine ganzheitliche Förderung der Kinder und Jugendlichen. Ein Besuch der offenen Ganztagsgrundschule an der Alfred-Faust-Straße in Bremen zeigt jedoch: Manche Ressourcen bleiben ungenutzt, weil den multiprofessionellen Teams die Zeit für einen fruchtbaren Austausch fehlt.

Ab 2025 sollte es für alle Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben. Doch wegen des dafür nötigen Ausbaus von Ganztagsbetreuungsplätzen und der steigenden Kosten für das benötigte Fachpersonal soll es nun einen Stufenplan geben, der bis 2029 läuft. E&W sprach mit Dieter Eckert, Referent für Jugendsozialarbeit, Jugendhilfe und Schule im Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO), über den noch steinigen Weg zum Ganztagsförderungsgesetz.

Ungeklärt sind nach wie vor auch Fragen der Finanzierung. Zudem ist Ganztag inicht gleich Ganztag. Mal sind alle Schülerinnen und Schüler da, mal nur, wer möchte. Für die Leistungen ist das nicht entscheidend, für das Schulklima schon.

Und wenn in der Politik vom schulischen Ganztag die Rede ist, dann wird – neben der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf – immer auch der Abbau von Bildungsbenachteiligung als Vorteil genannt. Aber stimmt das so?

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