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IranFreiheit für Mohammed Habibi

Der iranische Lehrergewerkschafter Mohammed Habibi wurde Anfang August 2018 zu zehneinhalb Jahren Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt. Die Bildungsinternationale fordert mit einer Online-Kampagne seine Freilassung.

17.09.2018 - Manfred Brinkmann

Unerträgliche Haftbedingungen
Mohammed Habibi ist Mitglied der iranischen Lehrergewerkschaft in Teheran und eines von vielen unabhängigen Gewerkschaftsmitgliedern, die von den iranischen Behörden wegen der Ausübung legitimer gewerkschaftlicher Aktivitäten verfolgt werden. Er wurde am 20. Mai während eines friedlichen Protestes verhaftet und befindet sich seitdem unter unerträglich harten Bedingungen in Haft. Familienmitglieder, die ihn im Gefängnis besuchten, berichteten, dass er schwer misshandelt worden war. Die Behörden verweigern ihm die dringend benötigte medizinische Unterstützung.

Proteste iranischer Lehrkräfte
Aufgrund schlechter Bezahlung und miserabler Arbeitsbedingungen ist es in den letzten Jahren immer wieder zu Protesten und Streiks iranischer Lehrerinnen und Lehrer gekommen.  Das Mullah-Regime in Teheran reagiert darauf regelmäßig mit Repressionen und Kriminalisierung der Lehrkräfte. Habibi war bereits am 3. März 2018 vor den Augen seiner Schülerinnen und Schüler gewaltsam verhaftet worden; er wurde schließlich nach 44 Tagen auf Kaution freigelassen.

Gewerkschaften fordern bedingungslose Freilassung  
Das jetzige Urteil gegen Habibi durch ein islamisches Revolutionsgericht erfolgte am 4. August 2018 und beinhaltet neben zehneinhalb Jahren Freiheitsstrafe auch 74 Peitschenhiebe, ein Verbot sozialer und politischer Aktivitäten sowie ein Reiseverbot. Die Bildungsinternationale, der Dachverband von rund 400 Lehrer- und Bildungsgewerkschaften weltweit, fordert gemeinsam mit LabourStart von den iranischen Behörden die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Mohammed Habibi und aller anderen inhaftierten iranischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter.

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