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#GEWTAG21Frauke Gützkow im Amt bestätigt

Frauke Gützkow ist alte und neue Leiterin des Arbeitsbereichs Frauen-, Gleichstellungs-, Geschlechterpolitik im GEW-Vorstand. Sie erhielt am Donnerstag auf dem 29. Gewerkschaftstag der GEW in Leipzig 77,3 Prozent der Stimmen.

10.06.2021 - Jürgen Amendt, Redakteur der „Erziehung und Wissenschaft“

Frauen- und Geschlechterpolitik sei im 21. Jahrhundert wichtiger denn je, betonte die 60-Jährige in ihrer Bewerbungsrede. „Diese Politik steht für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und für gute Bildung. Mein Motto lautet daher: ,Lieber gleichberechtigt als später‘, und es braucht starke Gewerkschaften, um dies durchzusetzen.“

Gützkow ist seit 2013 im Geschäftsführenden Vorstand der GEW für Frauenpolitik verantwortlich. Ihr Vorstandsbereich wurde zum Auftakt des Gewerkschaftstages am Mittwoch in „Arbeitsbereich Frauen-, Gleichstellungs-, Geschlechterpolitik“ umbenannt. 

In den kommenden vier Jahre werde sie sich weiterhin für das Ziel „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ einsetzen, versprach Gützkow. Dies gelte auch für die Anerkennung der Arbeit von Grundschullehrkräften. In einigen Bundesländern habe die GEW mittlerweile eine Höhergruppierung der Kolleginnen und Kollegen in A13 (Beamtinnen und Beamte) bzw. E13 (Angestellte) erreicht. „Noch steht dieser Schritt allerdings in acht Bundesländern aus“, so Gützkow. Zusätzlich gebe es mehrere Länder, in denen auch Lehrkräfte der Sekundarstufe I noch nicht nach A13/E13 bezahlt würden.

Als weiteren Arbeitsschwerpunkt nannte Gützkow die Aufwertung und Umverteilung der Sorgearbeit. Diese werde nach wie vor hauptsächlich von Frauen geleistet, mit der Folge, dass Frauen auch in den pädagogischen Berufen weniger häufig in Vollzeit arbeiten und beruflich Karriere machen könnten, kritisierte sie. Wichtig sei ihr auch eine „Pädagogik der Vielfalt“. Gützkow wies darauf hin, dass die GEW eine der ersten Gewerkschaften war, die sich in den 1970er-Jahren aktiv für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt hat. Die auf dem Gewerkschaftstag am Mittwoch vorgenommene Aufwertung der Arbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter* (AG LSBTI*) zu einem Bundesausschuss Queer stehe, so Gützkow, in dieser Tradition.