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Frauenkongress von F-SYNTER

Anfang Januar tagte der jährlich stattfindende Frauenkongress der Gewerkschaft F-SYNTER in Ouagadougou, Burkina Faso. Im Mittelpunkt stand die Frage, was gegen Korruption in öffentlichen Einrichtungen und Schulen getan werden kann.

25.01.2017

Rund 60 Lehrerinnen und auch einige Lehrer waren am 14. Januar 2017 in die burkinische Hauptstadt Ouagadougou gereist, um am neunten Frauenkongress der Bildungsgewerkschaft F-SYNTER teilzunehmen. F-SYNTER hat der Korruption im öffentlichen Dienst den Kampf angesagt. Hauptreferent Harouna Sinon machte zu Anfang des Frauenkongresses deutlich, dass Korruption, also das Ausnutzen seiner beruflichen Position zur persönlichen Bereicherung, in Burkina Faso an der Tagesordnung stehe. Harouna ist Mitglied der Organisation RENLAC, die zur Aufdeckung und Bekämpfung von Korruption im öffentlichen Dienst beitragen will.

Korruption an Schulen

Auch in Schulen böten sich meist ungeahndete Möglichkeiten von Korruption, sagte Sinon. Jeder Lehrer dürfe pro Jahr zwei Kindern an seiner Schule einen Platz verschaffen. Viele Lehrerinnen und Lehrer verlangten mittlerweile von den Eltern hohe Bestechungsgelder, um das zu tun. Weitere Möglichkeiten der Bereicherung sind nach Aussage von Sinon die Abrechnungen für fiktive Klassen oder Schulmaterial, das nie ankommt sowie die Bestechung bei Prüfungen oder bei schulinternen Wahlen.

Konkurrenzgesellschaft fördert Korruption

Der Untergrund, auf dem Korruption gedeiht, ist nach Analysen von RENLAC zum einen der gesellschaftliche Wandel der afrikanischen Solidargemeinschaft zu einer Konkurrenzgesellschaft, in der nur durch Betrug der Weg nach oben frei wird. Zum anderen sei auch die Mangelsituation in allen öffentlichen Bereichen verantwortlich für Korruption. Mit ausreichenden Schulen, Lehrerinnen und Lehrern sowie kleine Klassen, müssten Eltern auch keine Bestechungsgelder mehr zahlen, so das Fazit der Kongressteilehmerinnen.

Korruption von unten bekämpfen

Um Korruption zu bekämpfen sei es besonders Wichtig, so die Position von RENLAC, konkrete Beweise für Korruption zu liefern. Die Lehrerinnen und Lehrer könnten zum Beispiel an ihren Schulen eindeutige Zeichen von Korruption entdecken und an F-SYNTER oder RENLAC melden. Korruption könne nur von unten und nur durch Zusammenarbeit verschiedener Organisationen gelingen, darüber herrschte unter den angereisten Lehrerinnen Einigkeit.

Die GEW unterstützt ihre Partnergewerkschaft F-SYNTER in Burkina Faso bereits seit einigen Jahren. Sabine Tölke-Rückert war für die GEW vor Ort.

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