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Frauenkongress in Ouagadougou

Der 7. Frauenkongress der burkinischen Lehrergewerkschaft F-SYNTER Anfang Dezember 2015 stand unter dem Eindruck turbulenter politischer Entwicklungen in dem westafrikanischen Staat.

12.12.2015 - Manfred Brinkmann/Sabine Tölke-Rückert

Mit finanzieller Unterstützung der GEW fand am 5. Dezember 2015 zum siebten Mal ein Frauenkongress der burkinischen Sekundarschullehrergewerkschaft F-SYNTER statt. Rund 110 Lehrerinnen aus dem ganzen Land waren der Einladung ihrer Gewerkschaft in die burkinische Hauptstadt Ouagadougou gefolgt, um über gewerkschaftliche Arbeit nach erfolgreichem Volksaufstand und freien Wahlen und die Herausforderungen und Aufgaben für Frauen im Bildungsbereich zu diskutieren.

Erste freie Wahlen nach Jahrzehnten der Autokratie

Ende 2014 war der langjährige autokratisch regierende Präsident Blaise Compaoré mit dem Versuch einer Verfassungsänderung gescheitert, die ihm einere weitere Amstszeit sichern sollte. Eine breite Volksbewegung, getragen von Gewerkschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, wusste dies durch Massenproteste zu verhindern und zwang Blaise Compaoré schließlich, das Land zu verlassen. Erstmalig seit Jahrzehnten fanden im November 2015 in Burkina Faso freie Wahlen statt, aus der eine demokratisch gewählte Regierung hervorging. Das Interesse der Frauen von F-SYNTER an politisch-gewerkschaftlichen Themen war riesengross, vor allem nach diesem letzten Jahr turbulenter politischer Ereignisse in Burkina Faso.

Frauen diskutieren auf hohem Niveau

Zu den verlässlichen Förderern der Frauenarbeit seiner Gewerkschaft gehört F-SYNTER Generalsekretär Mamadou Barro. In einem Redebeitrag auf dem Kongress ermutigte er die weiblichen Delegierten, sich aktiv in die gesellschaftlichen Prozesse einzubringen, um die Errungenschaften des Volksaufstandes zu verteidigen und die noch nicht erfüllten Forderungen der Gewerkschaften gegenüber der neuen Regierung durchzusetzen. Insgesamt fand dieser 7. Frauenkongress wieder auf hohem Niveau statt, was das nicht erlahmende Interesse und der Diskussionseifer der Frauen bewiesen: die geplante Dauer der Veranstaltung wurde um knapp zwei Stunden überzogen! Für den erfolgreichen Verlauf des Kongresses waren insbesondere Fatimata Ilboudo und Marguérite Tougma vom F-SYNTER Frauenkomitee verantwortlich, die die Logistik der Übernachtung und Verpflegung der 110 Frauen und der Bestuhlung und Schmückung des Saales hervorragend organisierten.