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Forderungen für die Tarifverhandlungen mit INA.KINDER.GARTEN

Erste Verhandlungsrunden zeigen klare Interessenunterschiede aber Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten.

25.01.2012

Die GEW fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten bei INA.KINDER.GARTEN. Gleichzeitig soll sichergestellt sein, dass niemand durch den Tarifvertrag schlechter gestellt wird als zuvor. Entsprechende Regelungen zum Besitzstandsschutz müssen im Tarifvertrag oder einem gesonderten Überleitungstarifvertrag geregelt werden.

Die Beschäftigten bei INA.KINDER.GARTEN erwarten dringend eine Verbesserung ihrer Einkommen. Die Zuschüsse des Landes Berlin an die freien Träger sind in zwei Jahren um fast 10 % gestiegen. Die GEW fordert daher eine prozentuale Gehaltserhöhung für alle Beschäftigten in Höhe von 7 %. Die Jahressonderzahlung, die INA.KINDER.GARTEN derzeit in Höhe von 60 % eines Monatsgehalts als freiwillige Leistung zahlt, soll auf 65 % eines Monatsgehalts erhöht und tariflich geregelt werden. Der Kinderzuschlag (70 Euro pro Kind bei Vollzeit) und die betriebliche Altersvorsorge sollen erhalten bleiben und ebenfalls tariflich geregelt werden. Diese Erhöhungen sind auch deshalb dringend nötig, damit INA.KINDER.GARTEN weiterhin hoch qualifiziertes und engagiertes Personal werben und halten kann. Andernfalls droht eine Abwanderung zu anderen Trägern oder zu den Eigenbetrieben des Landes Berlin.

Für die Entgeltgruppen der künftigen Entgelttabelle fordert die GEW, dass es keine Differenzierung zwischen Erzieherinnen mit unterschiedlichen Qualifikationen geben soll. Beschäftigte „in der Tätigkeit von Erzieherinnen“ ohne entsprechenden Berufsabschluss sollen nach fünf Jahren Tätigkeit den Erzieherinnen mit Abschluss gleichgestellt werden. Die Eingruppierung von Leiterinnen soll sich wie bisher nach Kinderzahl richten, wobei sicherzustellen ist, dass es bei vorübergehender Unterschreitung der Kinderzahl nicht sofort zu einer Herabgruppierung kommt.

Die GEW fordert, dass die künftige Entgelttabelle fünf Stufen umfasst, um den Beschäftigten mehr Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich ihres Einkommens zu gewähren. Die Stufen 2
bis 5 sollen im 3., 6., 11. und 16. Beschäftigungsjahr erreicht werden. Bei Neueinstellungen soll einschlägige Berufserfahrung hinsichtlich der Stufenzuordnung grundsätzlich anerkannt werden.

Weitere Forderungen der GEW-Tarifkommission sind:

  • eine einheitliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche;
  • Zeiten für mittelbare pädagogische Arbeit sollen tariflich geregelt werden und im zeitlichen Umfang von derzeit zwei Stunden (gemäß Betriebsvereinbarung) auf fünf Stunden erhöht werden;
  • jede Arbeitnehmerin soll einen individuellen Anspruch auf Weiterbildung haben. Auch externe Fortbildungen sollen von der Arbeitgeberin bezahlt werden;
  • für alle Beschäftigten soll einheitlich ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr gelten;
  • für alle Beschäftigten bei INA.KINDER.GARTEN sollen vermögenswirksame Leistungen wie im öffentlichen Dienst des Landes Berlin gezahlt werden.

Gewerkschaftliches Engagement soll sich lohnen. Daher fordert die GEW schließlich eine Einmalzahlung für Mitglieder der GEW in Höhe von 250 Euro. Solche Einmalzahlungen honorieren, dass Gewerkschaftsmitglieder durch ihr Engagement und ihre Beiträge Tarifverträge und Gehaltserhöhungen möglich machen, von denen dann alle Beschäftigten gleichermaßen profitieren. Auch jene, die sich den Gewerkschaftsbeitrag „sparen“.

In den ersten Verhandlungsrunden ging es zunächst um die Struktur der künftigen Entgelttabelle und das Thema betriebliche Weiterbildung. Es wurde deutlich, dass die Vorstellungen der Tarifparteien an vielen Punkten noch sehr weit auseinander liegen. Der Arbeitgeberseite ist es wichtig, dass die Beschäftigten sich entsprechend des Trägerkonzepts vor allem zum Situationsansatz schulen und das eigene Weiterbildungsprogramm absolvieren. Bei den Beschäftigten gibt es Befürchtungen, dass das gute Betriebsklima darunter leiden könnte, wenn die Gehaltsentwicklung von Weiterbildungserfordernissen abhängig gemacht wird.

Sicher ist schon jetzt, dass es nach der bereits vereinbarten dritten Verhandlungsrunde am 16. Februar noch viele offene Punkte geben wird und weitere Runden nötig sein werden, um in allen wichtigen Fragen eine Einigung zu erzielen.

Um in den Verhandlungen ein Ergebnis zu erreichen, das den Bedürfnissen der Beschäftigten von INA.KINDER.GARTEN gerecht wird, brauchen wir eure Unterstützung. Je mehr Beschäftigte sich mit der GEW und in der GEW für ihre Interessen engagieren, desto stärker wird ihre Position in den Verhandlungen.

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