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Forderung nach Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit bekräftigt

DGB und Bundesfamilienministerium sehen Arbeitgeber und die künftige Bundesregierung in der Pflicht, die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das bekräftigten beide Seiten bei einer Tagung des Projektes "Was verdient die Frau?".

24.11.2017

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Bundesfamilienministerium fordern die Arbeitgeber und die künftige Bundesregierung auf, endlich mehr Chancengerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. „Noch immer verdienen Frauen fast ein Viertel weniger als Männer. Das können wir nicht hinnehmen“, sagte Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD) bei einer Fachtagung des Projektes „Was verdient die Frau?“. „Das Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz war ein wichtiger Schritt hin zu mehr Lohngerechtigkeit. Er reicht jedoch bei weitem noch nicht aus.“ Die DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack verlangte erneut einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit und betonte: „Viele Frauen arbeiten unfreiwillig in Teilzeit, haben geringere Aufstiegschancen und werden schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.“ GEW-Frauenpolitikexpertin Frauke Gützkow fordert, der Modernisierung der Familienpolitik in den vergangenen Jahren müsse nun eine Modernisierung im Bereich Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt folgen. Ziel sei die eigenständige Existenzsicherung von Frauen.

Die Fachtagung des Projektes „Was verdient die Frau?“ stand unter dem Motto „Den Wandel gestalten – Wir machen uns stark für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen!“. Hannack und Barley diskutierten mit 250 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gewerkschaften, Betrieben und Verwaltungen darüber, was nötig sei, damit Frauen – privat und im Beruf – ein selbstbestimmtes Leben führen können. Vorgestellt wurde auch die neue Beratungsplattform „Dein Sprungbrett“, die jungen Frauen in Webinaren qualifizierte Beratung für den Sprung auf der Karriereleiter oder den Balanceakt zwischen Arbeit und Privatleben bietet.

 

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