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StudieFörderung einer kommunikativen Onlinekompetenz notwendig

Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts hat untersucht, wie sozial kompetent sich Jugendliche online verhalten und durch welche Faktoren ihr Verhalten beeinflusst wird.

10.09.2019

Die elterliche Medienerziehung spielt einer neuen Studie zufolge für das Onlinesozialverhalten von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Sind Eltern in die Internetnutzung ihrer Kinder involviert, verhalten diese sich online anderen gegenüber eher respektvoll, wie eine Befragung des Deutschen Jugendinstituts mit dem Titel Jung! Digital! Sozial? bilanziert. Dies treffe besonders dann zu, wenn Eltern Wert auf eine kommunikative Medienerziehung legten, bei der sie das Internet auch gemeinsam mit ihren Kindern nutzten. 

Vielen Jugendlichen fällt es laut Studie aber schwer, untereinander oder mit Eltern oder Lehrkräften über unangenehme Onlineerfahrungen zu sprechen. Geringer ausgeprägt ist auch die Fähigkeit, eigenes Onlinewissen an andere weiterzugeben. Jugendliche, die das Internet und soziale Medien besonders häufig nutzen, geben ferner seltener an, sich online respektvoll gegenüber anderen zu verhalten. Gleiches gilt für Jugendliche, die unter einem hohen Druck von ihren Peers stehen, ständig online und erreichbar zu sein. „Eine wirksame Prävention gegen Mobbing und Hassrede unter Jugendlichen im Netz könnte an diesen Punkten ansetzen“, heißt es in der Studie. 

Förderung einer kommunikativen Onlinekompetenz

Die Autorinnen Ruth Festl, Alexandra Langmeyer und Sabine Walper schlussfolgern unter anderem: Da Schülerinnen und Schülern ein sozial kompetenter Umgang mit anderen leichter zu fallen scheine als der kommunikative Austausch über Onlineerlebnisse und -fertigkeiten, sei die Förderung einer kommunikativen Onlinekompetenz notwendig. Gerade die Anschlusskommunikation sei entscheidend für das Verarbeiten eigener Emotionen, das Reflektieren des eigenen Handelns sowie das Verständnis von Regeln und Normen im Freundeskreis. 

Die von der Vodafone Stiftung finanzierte Studie beruht auf einer Selbsteinschätzung von Jugendlichen bei einer quantitativen Befragung. Dafür wurden Ende 2017 insgesamt 1.508 Jugendliche in den Klassenstufen 7 bis 10 an unterschiedlichen Schulformen in Bayern befragt. Erstmals wurde damit untersucht, wie sozial kompetent sich Jugendliche online verhalten und durch welche Faktoren ihr Verhalten beeinflusst wird. 

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