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„fair@school – Schulen gegen Diskriminierung“Vier Schulprojekte für Fairness, Gleichbehandlung und Respekt geehrt

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Cornelsen Verlag haben im Wettbewerb „fair@school“ vier Schulen aus Maintal, Schwandorf, Brühl und Münster ausgezeichnet, die sich vorbildlich für Vielfalt und gegen Diskriminierung engagieren.

17.06.2021

Das Albert-Einstein-Gymnasium Maintal in Hessen hat im Wettbewerbs „fair@school – Schulen gegen Diskriminierung“ den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis gewonnen. Ausgezeichnet wurde die Schülerinnen- und Schülergruppe „AES gegen Diskriminierung – AES für Vielfalt“, die sich nach dem Attentat von Hanau gründete, um gegen Diskriminierung vorzugehen. Dazu drehte sie ein Gedenkvideo, gründete eine virtuelle Bibliothek gegen Diskriminierung und erstellte Anti-Sexismus-Plakate sowie einen Flyer mit Infos zu den Aktivitäten der Gruppe.

Der mit 2.000 Euro verbundene zweite Platz ging an das Berufliche Schulzentrum I Oskar-von-Miller Schwandorf in Bayern. Gewürdigt wurde das Projekt „W.I.R. - Weil international rockt“, bei dem Schülerinnen und Schüler mit und ohne Fluchthintergrund seit 2016 zusammenarbeiten, um für Toleranz und für ein besseres Verständnis zu werben. Ihre Zeitung „Bunt ist unsere Lieblingsfarbe“ und ein viersprachiger Rap geben jungen Flüchtlingen eine Stimme.

Platz drei teilen sich zwei Schulen

Mit Platz drei und jeweils 1.000 Euro wurden erstmals zwei Schulen ausgezeichnet. Die Gesamtschule der Stadt Brühl in Nordrhein-Westfalen bekam den Preis für die Schülerzeitung „Unter dem Regenbogen“, die ein Zeichen für Vielfalt und ein offenes Schulklima setzt. Die Zeitungsmacherinnen und -macher stießen neben ihrer journalistischen Arbeit zudem ein Schullogo mit Regenbogen und eine LSBTIQA*-Abteilung in der Schulbibliothek an.

Ebenfalls den dritten Preis erhielt die Gesamtschule Münster Mitte in Nordrhein-Westfalen für das Projekt „Gemeinsam für Vielfalt und Respekt/ Fairnetz(t)“, das auf dem gleichnamigen und seit 2018 bestehenden Schulkonzept basiert. Alle Lehrkräfte wurden zu Rassismus geschult, die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ist eng und kooperativ. Geplant sind auch Empowerment-Workshops, ein Arbeitskreis zu Rassismus und eine Anlaufstelle für Diskriminierungsfälle.

64 Schulen beteiligten sich

Die Ehrungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und des Cornelsen Verlags wurden bereits zum fünften Mal verliehen. An den vergangenen vier Durchgängen beteiligten sich rund 270 Schulen, in diesem Jahr reichten 64 Schulen Projekte ein. Eine zwölfköpfige Fachjury wählte nach einer Sichtung des Zentrums für Bildungsintegration (ZBI) der Stiftung Universität Hildesheim die Preisträger aus.

„Diskriminierung und Ausgrenzung kann es an jeder Schule geben. Egal, ob durch andere Schüler*innen, durch Lehrkräfte oder auch durch Strukturen, die Kinder und Jugendliche benachteiligen“, sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle. „Projekte wie die der diesjährigen Preisträger unterstützen und stärken jene, die Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren.“ Frank Thalhofer, Geschäftsführer im Cornelsen Verlag, betonte: „Die Auszeichnungen zeigen, wie schon aus kleinen Ideen ein Lernort der Vielfalt entstehen kann.“